Ministerin Schmied will neues Lehrerbild:
Job des Lehrers muss attraktiver werden

"Wir und unsere Schule" statt "ich und mein Fach" Grundstein soll eine neue Lehrerausbildung sein

Ministerin Schmied will neues Lehrerbild:
Job des Lehrers muss attraktiver werden © Bild: APA/Fohringer

Das Lehrerbild muss sich ändern. Das hat Unterrichtsministerin Schmied einen Tag nach Beginn der Verhandlungen ihres Ministeriums mit der Lehrergewerkschaft als Losung ausgegeben. Es dürfe nicht mehr heißen "ich und meine Klasse und mein Fach", sondern "wir und unsere Schule", so Schmied.

Neben dem Unterrichten gehöre auch Projektmanagement, Elternarbeit, interkultureller Dialog und Schulentwicklung zum Berufsbild des Lehrers. Beim Auftaktgespräch von Lehrergewerkschaft und Dienstrechtsexperten, bei dem auch Schmied anwesend war, habe ein "sehr konstruktives Klima" geherrscht. Ziel für das neue Dienstrecht für 30 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst und damit jeden 30. Arbeitnehmer Österreichs: es muss attraktiver sein.

Immerhin würden derzeit 20 bis 30 Prozent der Lehramtsstudenten an den Unis für die Schulen "verloren gehen". An den PH gibt es laut Unterrichtsministerium durchschnittlich einen "Schwund" von zehn Prozent, in den westlichen Bundesländern seien es aufgrund der Abwerbungen durch Deutschland, Schweiz und Liechtenstein unterdessen 20 Prozent.

Job muss attraktiver werden
Zur Attraktivierung des Jobs gehören aus Schmieds Sicht neben Bezahlung und Vertragsbedingungen auch, dass im neuen Dienstrecht "Verantwortung und Funktionen entsprechend abgebildet und honoriert" werden müssen.

Der Grundstein für diese vielen Tätigkeiten von Pädagogen soll in der neuen Lehrerausbildung gelegt werden, deren Konzept Anfang Juni von der Arbeitsgruppe um Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider vorgelegt werden soll. Klar ist laut Schmied, dass es Eignungsverfahren und einen gemeinsamen Kern an Inhalten für alle Pädagogen - auch jene an Kindergärten - geben wird. Der vierjährige Bachelor soll dabei die Grundausbildung sein, danach folgt der berufsbegleitende Master.

(apa/red)

Kommentare

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Das ist aber jetzt interessant Zuerst zerschlägt die Fr.BM Porzellan, indem sie und ihre Experten (allen voran Hr.Salcher) die Lehrer als faule überbezahlte Sozialschamarotzer hinstellen, was bei diversen privaten Diskussionen 1 zu 1 übernommen wurde. Andere Länder, die die Arbeit eines Lehrers zu schätzen wissen, nehmen unsere Pädagogen mit Handkuss auf (man vergleiche mal die Lehrergehälter mit Bayern, Liechtenstein oder Finnland) und bei uns brauchen wir auf einmal ein neues Lehrerbild. S.g.Fr.BM Ich fürchte ihre Einsicht kommt zu spät. Jeder Jungpäd. ist gut beraten seine geschätzten Dienste im Ausland anzutreten, wo nicht nur die Bezahlung sondern vorallem Wertschätzung des Berufes um ein Vielfaches höher ist.

RobOtter
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Re: Das ist aber jetzt interessant Ich vermute Taktik hinter diesen Taten. Zuerst macht man die Lehrer schlecht; Weil das Niveau so am Sand ist, muss man Maßnahmen beschließen; Letztendlich kann die Politikerin/ der Politiker eine Erfolgsmeldung abgeben, weil das Niveau gehoben wurde. Objektiv betrachtet ist Vorher und Nachher identisch.....

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Bla-bla Was hilft es wenn der Job attraktiver wird, die Qualität derjenigen die den Job bekommen aber nicht besser wird ? Werden die Kinder dann in Zukunft fröhlicher sein wenn sie trotzdem nicht besser lesen oder rechnen können und sich damit für künftige Jobs nicht qualifizieren können? Wird dann das Sozialministerium all jene finanzieren die das Unterrichtsministerium nicht wirtschaftstauglich machen konnte? Wird dann das Innenministerium dafür sorgen, dass die Zuwanderquote erhöht wird, damit ausländische Arbeitnehmer die Jobs machen können, zu denen unsere Jugend dann nicht fähig ist ? Armes Österreich, mit solchen Politikern bist wirklich gestraft.

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Re: Bla-bla Dass der Prozentsatz an "Unqualifizierten" steigt bleibt unbestritten, liegt aber meist nicht am Hirnschmalz sondern hauptsächlich an deren Arbeitseinstellung. Zudem wäre der erste Schritt einer Bildungsreform in der <gesellschaft notwendig, indem das Handwerk wieder aufgewrtet werden müsste. Wir haben mind. ebensoviele "unqualifizierte" Studenten, weil alle Eltern der meinung sind, dass ihr Sprößling studieren muss. Unter diesen Aussichten haben sie recht, dass wahrscheinlich einen Zuwanderungsquote, va. von Facharbeitern unumgänglich sein wird.
Frage: Warum haben die österr.Päd. im Ausland ein höheres Ansehen, als bei der eigenen Bevölkerung???

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