Minister Platter übt sich als EM-Wahrsager:
Politiker sieht Portugal als Europameister 08

Geht es nach Platter, heißt Finale Portugal vs. Italien Polizei-Einsatz für EURO-Turnier kostet 30 Mio. Euro

Minister Platter übt sich als EM-Wahrsager:
Politiker sieht Portugal als Europameister 08 © Bild: Reuters/Foeger

Die Freude auf die EURO 2008 im Juni nimmt in Österreich von Tag zu Tag zu. Das Fußball-Fieber macht auch vor Politikern nicht Halt. Innenminister Günther Platter wagt sogar schon eine Prognose, welche Länder einander am 29. Juni im Wiener Happel-Stadion im Endspiel gegenüberstehen werden. "Portugal gegen Italien und die Portugiesen werden Europameister", lautet der Tipp des Tirolers.

Seine Vorhersage ist gar nicht so utopisch, hat durchaus fundierten Hintergrund. Portugal scheiterte vor vier Jahren im eigenen Land erst im EM-Finale an Griechenland durch eine 0:1-Niederlage und 2006 gab es für die Iberer in Deutschland nach einem 1:3 gegen die Gastgeber immerhin den vierten WM-Platz. Die Italiener wurden vor zwei Jahren Weltmeister. Platter, dessen Terminplan stets voll ist, wird zumindest ein Spiel live im Stadion miterleben. Österreich - Deutschland im Prater ist am 16. Juni auf seinem Kalender rot eingetragen.

Platter zufrieden über EURO-Vorbereitungen
Da wird der VP-Politiker gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble auf der Ehrentribüne sitzen. Ob er seinen EM-Tipp auch seinem Gast kundtun wird? "Da habe ich kein Problem, das muss er, müssen die Deutschen schon aushalten", sagte Platter, der sich am Dienstag anlässlich eines Presseabends in Wien über die seit 2003 laufenden Vorbereitungen der heimischen Polizei auf das Großereignis höchst zufrieden äußerte.

"Wir sind wirklich gut vorbereitet, die Polizei ist fit und ich hoffe, unser ÖFB-Team wird es auch sein", so Platter, der im Juni "keine Festung, sondern ein Fest" haben will. Aber Österreich müsse auch mit einigen Gästen rechnen, die besondere Aufmerksamkeit benötigen würden. "Wir müssen auf der Hut sein, werden nicht nur Ordnungsdienst, sondern auch Einsatz haben. Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet", meinte der Tiroler, der versicherte, dass es derzeit keinen Hinweis auf Terrorakte gebe.

Dialog, Deeskalation, Durchsetzen
Der Grundsatz der Polizei für das EM-Turnier basiert auf der 3-D-Philosophie: Dialog, Deeskalation, Durchsetzen. Erik Buxbaum, der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, bringt es auf den Punkt: "Ich wünsche mir, dass die Berichterstattung hauptsächlich auf den Sportseiten zu finden sein wird." Brigadier Konrad Kogler, der polizeiliche EURO-Koordinator im Innenministerium, fügte hinzu: "Dialog ist die zentrale Botschaft an alle Fans."

EURO-Einsatz kostet 30 Mio. Euro
Buxbaum wies darauf hin, dass das Innenministerium als Koordinator fungiere und die Verantwortung bei den lokalen Stellen liege. "Wir freuen uns schon alle auf die EURO", meinte Buxbaum, der als Anhänger von Bundesliga-Tabellenführer Rapid im Gegensatz zu seinem Chef Platter, der als Fan von Schlusslicht Wacker Innsbruck derzeit harte Wochen durchmacht, leicht lachen hat. Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit bezeichnet die EURO 2008 als "größte Herausforderung für die Polizei". Der Einsatz soll dem Vernehmen nach rund 30 Mio. Euro kosten.

Darin sind Ausrüstungen, Übungen, Überstunden etc. enthalten. Während der größten Veranstaltung, die Österreich je erlebt hat, werden rund 27.000 Beamtinnen und Beamte im Einsatz sein, für sie besteht im Juni Urlaubssperre. Mit allen 16 teilnehmenden Ländern wurde und wird eng mit Polizeistellen zusammengearbeitet. Allein aus Deutschland werden 850 Einsatzkräfte zur EURO kommen, sie haben die gleichen Befugnisse wie ihre österreichischen Kollegen. (apa/red)

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