Mindestens 6 Todesopfer: Dramatischer Verkehrsunfall in Schweizer Autobahntunnel

Personenwagen kollidierte mit Bus & geriet in Brand

Mindestens 6 Todesopfer: Dramatischer Verkehrsunfall in Schweizer Autobahntunnel

Bei einem schweren Unfall in einem Schweizer Autobahntunnel sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und sechs weitere verletzt worden. Ein mit Eishockey-Spielern besetzter Reisebus und ein Pkw waren im Viamala-Tunnel der Autobahn A13 zusammengestoßen. Die San-Bernardino-Autobahn wurde vorübergehend in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt. Die starke Rauchentwicklung erschwerte die Bergung der Verletzten.

Auch Stunden nach dem Unfall auf der San-Bernardino-Strecke war am Abend noch nicht klar, was um 13.15 Uhr in dem über 700 Meter langen, einröhrigen Tunnel genau geschehen war. Nach Mitteilung der Kantonspolizei Graubünden fingen der Bus und der Personenwagen nach der Kollision Feuer. Die Rettungskräfte bargen bis 17.00 Uhr sechs Tote und sechs Verletzte aus dem Tunnel. Zwei Menschen wurden am späten Nachmittag noch vermisst, wie ein Polizist am Unglücksort gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte.

Laut dem Sportdirektor der betroffenen Hockeymannschaft, Fernando Mozzini, der neben dem Busfahrer saß, stieß der korrekt in Richtung Norden fahrende Bus frontal mit einem entgegenkommenden Personenwagen zusammen. Dieses Auto sei möglicherweise einem auf der Fahrbahn liegenden Gegenstand ausgewichen oder habe selbst etwas verloren.

Der Bus sei danach seitlich an die Tunnelmauer geprallt und rund 30 Meter an der Mauer entlang weitergeschlittert. Dabei sei das Feuer ausgebrochen. Danach seien die Insassen aus dem Fahrzeug gesprungen und zum Nordportal des Tunnels gerannt. Er selber habe während der Flucht aus dem Tunnel vier bis fünf Explosionen gehört, sagte Mozzini.

Bei dem Reisebus handelt es sich um ein Fahrzeug mit Tessiner Kennzeichen, in dem Spieler des Eishockey-Clubs GDT Bellinzona aus der ersten Liga zu einem Match nach Uzwil unterwegs waren. Es war nach Angaben eines Polizeisprechers bis zum Abend nicht klar, ob die Opfer aus dem Bus oder aus anderen Fahrzeugen stammten, die sich im Tunnel aufhielten.

Georg Stäbler von der Stützpunktfeuerwehr von Thusis sagte der AP, die Unfallsituation sei ihm unerklärlich. Nach seinen Angaben wurden zwei der Opfer im beteiligten Personenwagen gefunden. Eine Person sei gestorben, nachdem ihr die Flucht aus dem Tunnel gelungen sei. Außer dem Bus und dem Personenwagen befanden sich nach Angaben Stäblers auch zwei Wohnwagen und zwei Sattelschlepper im Tunnel.

Der knapp 750 Meter lange, in einer Kurve verlaufende Viamala-Tunnel war 1967 in Betrieb genommen worden. Der zuvor letzte schwere Unfall in der nicht richtungsgetrennten, zweispurigen Röhre hatte sich im Jänner 2002 ereignet. Damals hatte eine Kollision drei Schwerverletzte gefordert.

(apa/red)