Milosevic-Witwe und Sohn Asyl in Russland:
Internationaler Haftbefehl läuft seit Vorjahr

Bildeten Spitze eines Zigarettenschmuggler-Netzes Gerichtsverfahren gegen Milosevic Junior seit 8 Jahren

Milosevic-Witwe und Sohn Asyl in Russland:
Internationaler Haftbefehl läuft seit Vorjahr © Bild: Reuters/Kujundzic

Die Witwe des ehemaligen jugoslawischen Staatschefs Slobodan Milosevic, Mira Markovic, und ihr Sohn Marko haben nun in Russland offenbar einen sichere Unterschlupf vor der serbischen Justiz erhalten. Wie die Belgrader Tageszeitung "Blic" berichtete, genehmigten ihnen die russischen Behörden Ende Dezember Asyl.

Die serbischen Behörden hatten im Vorjahr einen internationalen Haftbefehl für die beiden ausgestellt. Markovic und ihr Sohn werden verdächtigt, in der zweiten Hälfte der 90er Jahre an der Spitze eines Zigarettenschmuggler-Netzes gestanden zu sein, das Gewinne in Millionenhöhe einstreifte.

Klage gegen Amtsmissbrauch
Markovic hatte Serbien vor dem Ablauf ihrer Abgeordnetenimmunität im Februar 2003 Richtung Moskau verlassen. Gegen sie war zuvor eine Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben worden. Ihr Sohn war schon zuvor, nur einen Tag nach der politischen Wende im Oktober 2000, mit einem Reisepass nach Moskau geflüchtet. Gegen Milosevic Junior läuft bereits seit acht Jahren ein Gerichtsverfahren in Pozarevac, wo er mehrere Regimegegner verprügeln hatte lassen.

Seit letztem Sommer ist die Chefin der ehemals einflussreichen neokommunistischen JUL-Partei (JUL steht für die Jugoslawische Linke) in Serbien mit ihrer wöchentlichen Kolumne in der "Pravda" (Gerechtigkeit), der für ihre Nähe zur Serbischen Radikalen Partei (SRS) bekannten Tageszeitung, erneut präsent. (apa/red)