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Millionen Viehhirten in Äthiopien kämpfen ums Überleben

7,8 Millionen Äthiopier von Nahrungsmittelhilfe abhängig

In Äthiopien sind wegen der lang anhaltenden Dürre 7,8 Millionen Menschen von Nahrungsmittelhilfe abhängig, darunter mehr als 840.000 registrierte Flüchtlinge. Vor allem die Viehhirten im Süden des Landes kämpfen ums Überleben. Die zu spät einsetzende Regenzeit habe nur wenig Niederschlag gebracht, wodurch sich die Lage weiter verschärfen werde, warnte die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt.

Zigtausende Kühe seien aufgrund der langen Dürre verendet. Die überlebenden, ausgemergelten Tiere können keine Milch mehr geben und auch ihr Notverkauf reiche nicht aus, um das Überleben der Familien zu sichern. In Borena im Süden Äthiopiens fiel der Preis für eine Kuh in den letzten Monaten von 3.000-4.000 auf 1.000-1.800 Birr, während gleichzeitig die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais stark anstiegen.

"Das Ausmaß der Not ist riesig. Immer mehr Menschen sind auf der Flucht vor dem Hunger", berichtete Jugend Eine Welt-Mitarbeiter Franz König nach seiner Rückkehr aus Äthiopien. Dort hatte er mit lokalen Projektpartnern Hilfsmaßnahmen abgestimmt, die vor allem Viehhirten im Süden des Landes das Überleben sichern sollen. "Täglich kommen neue Migranten aus dem Süden in Dilla an. Insbesondere Kleinkinder, alleinstehende Mütter und alte Menschen sind völlig entkräftet", schilderte König.

Im Don Bosco Kinderzentrum in Dilla erhalten hunderte Kinder und Jugendliche täglich eine nahrhafte Mahlzeit, werden medizinisch versorgt und können zur Schule gehen. "Das Kinderzentrum leistet einen wichtigen Beitrag, um die weitere Migration von entwurzelten jungen Menschen aus dem Süden in andere Länder zu verhindern - beispielsweise nach Kenia, Südafrika, die arabischen Länder oder Europa", war König überzeugt.

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