Bilanz von

Milliardenverlust bei Vodafone

Minus von fast 6,1 Mrd. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr

Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März stand unterm Strich ein Minus von fast 6,1 Mrd. Euro, wie Vodafone am Dienstag in Newbury bei London berichtete.

Der britische Telekomkonzern Vodafone hat wegen der Folgen des Brexit-Votums und des starken internationalen Wettbewerbs das zweite Jahr in Folge Milliarden verloren. Vor allem der britische und der indische Markt machten Probleme. Ein Lichtblick waren dagegen die aus Düsseldorf gesteuerten Deutschland-Aktivitäten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März stand unterm Strich ein Minus von fast 6,1 Mrd. Euro, wie Vodafone am Dienstag in Newbury bei London berichtete. Der Deutsche-Telekom-Konkurrent hatte im Vorjahr bereits 5,1 Mrd. Euro Verlust gemacht. Weil Vodafone einen Großteil seiner Geschäfte auf dem europäischen Kontinent macht, bilanziert das Unternehmen inzwischen in Euro. Das Pfund ist nach dem Brexit-Beschluss aber stark gefallen - daher kommt von den in der Heimat erzielten Erlösen nach der Umrechnung in der Bilanz weniger an. Zuletzt waren außerdem sehr hohe Abschreibungen in Indien nötig.

In Deutschland bleibt die Kabelsparte Wachstumstreiber von Vodafone. 2016/2017 verzeichnete das Geschäft ein Plus von über 8 Prozent und trug damit wesentlich zum Anstieg des Umsatzes um knapp 2 Prozent auf rund 10 Mrd. Euro bei. Stabile beziehungsweise leichte Zuwächse gab es im Mobilfunk und bei schnellen Internetanschlüssen über Telefonleitungen. Zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen steuerte die Tochterfirma des britischen Konzerns 3,6 Mrd. Euro bei - ein Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Vodafone ist in Österreich zwar nicht vertreten, hat aber doch einen Österreichbezug: Vodafone Deutschland wird seit Oktober 2015 vom Salzburger Hannes Ametsreiter geleitet. Ametsreiter war zuvor 19 Jahre bei der teilstaatlichen Telekom Austria tätig, zuletzt als deren Konzernchef.

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