Milliardär Friedrich Karl Flick gestorben:
"Reichster Österreicher" wurde 79 Jahre alt

Anwalt: Flick an einer schweren Krankheit gestorben

Milliardär Friedrich Karl Flick gestorben:
"Reichster Österreicher" wurde 79 Jahre alt

Der Milliardär und frühere Industrielle Friedrich Karl Flick (79) ist tot. Der Wahlösterreicher ist im Alter vom 79 Jahren im Kreis seiner Familie in Kärnten gestorben. Flicks Familienkonzern, eines der größten Konglomerate Deutschlands, wurde 1985 zerschlagen und verkauft. Die mit Flicks Namen verbundene Parteispendenaffäre wird manchmal als größter Polit-Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte bezeichnet.

Flick starb nach Angaben seines Vermögensverwalters Jörg-Andreas Lohr an einer "schweren Krankheit"; nähere Angaben machte Lohr keine. Hauptwohnsitz des lebenslustigen Milliardenerben war in den letzten Jahren eine zur Familien-Festung gebaute Luxus-Villa am Ufer des Wörthersees.

Das Vermögen der Familie trug Vater Friedrich Flick (1883-1972) zusammen. Die Erfolgsgeschichte der Familie begann in der Weimarer Zeit und endete zunächst vor dem Nürnberger Kriegsverbrecher-Tribunal, das ihn wegen seiner NS-Verstrickung zu einer sieben Jahre langen Gefängnisstrafe verurteilte. Nach seiner Begnadigung nach drei Jahren Haft ordnete Flick das Imperium neu. Friedrich Karl trat 1957 in das Unternehmen ein. Nach dem Tod des Vaters erbte er 1972 das Industrie-Imperium. Friedrich Karls älterer Bruder Otto-Ernst war 1966 nach Streitigkeiten mit dem Vater aus dem Konzern ausgeschieden.

Mit 43.000 Beschäftigten erzielte die Flick-Gruppe 1984 weltweit einen Umsatz von 22 Mrd. DM, umgerechnet 11 Mrd. Euro. Ein Jahr später trennte sich Flick von seinem Imperium und verkaufte die Firmengruppe für rund 5,4 Mrd. DM an die Deutsche Bank. Anschließend zog er sich ins Privatleben nach Österreich zurück. Erst Mitte der 90er Jahre verlegte Flick seine Vermögensverwaltung von Düsseldorf nach Wien. Er sparte damit viel an Steuern, dem deutschen Fiskus entgingen dagegen Hunderte von Steuermillionen.

In die deutsche Nachkriegsgeschichte ging die so genannte Flick-Affäre, ein Parteispenden-Skandal ein: Für 1,9 Mrd. DM verkaufte Flick Daimler-Anteile an die Deutsche Bank und musste wegen einer Genehmigung durch das deutsche Wirtschaftsministeriums für die dabei erzielten Gewinne keine Steuern zahlen. In den Folgejahren wurde bekannt, dass Flick am Finanzamt vorbei an CDU und CSU 15 Mio., an die FDP 6,5 Mio. DM und der SPD 4,3 Mio. DM gespendet hatte. Der damalige Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP) musste gehen, der ebenfalls belastete Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) kam dagegen ungeschoren davon.

Flick besaß ein Vermögen, das vom österreichischen Wirtschaftsmagazin "trend" auf zuletzt 6,18 Mrd. Euro und von Forbes auf 6,1 Mrd. Dollar (4,8 Mrd. Euro) geschätzt worden war. Er hinterlässt seine (dritte) Frau Ingrid, eine Kärntnerin, sowie vier Kinder: Die erwachsenen Töchter Alexandra und Elizabeth aus seiner zweiten Ehe, sowie die sieben Jahre alten Zwillinge Victoria-Katharina und Karl Friedrich.

(apa)