Miller hat keine Freude mit der Streif:
Unruhige Piste stößt dem Amerikaner auf

Viele Läufer stöhnen über heurige Abfahrts-Strecke PLUS: Bode Miller sieht Kultstatus von Kitz in Gefahr

Miller hat keine Freude mit der Streif:
Unruhige Piste stößt dem Amerikaner auf © Bild: Reuters/Lauener

Bode Miller hat heuer keiner rechte Freude mit der Kitzbüheler Streif. Der Amerikaner kritisierte die unruhig präparierte Piste. "Die Veranstalter haben anscheinend nicht viel Aufwand betrieben, um die Wellen aus der Strecke rauszubekommen. Das ist enttäuschend", meinte der Amerikaner, der zuletzt die Abfahrten in Bormio und Wengen in eindrucksvoller Manier gewonnen hatte.

"Es hätte eigentlich ein Test für die absoluten Top-Abfahrer werden sollen, doch jetzt steht man eigentlich die ganze Zeit nur quer", ergänzte der 30-Jährige. Bereits zuvor hatten zahlreiche Top-Läufer den Zustand der Streif als besonders brutal bezeichnet. "Hier geht es ums nackte Überleben", meinte etwa Marco Büchel. "Es sind viele Wellen drinnen, oder drinnengelassen worden, sie haben sich wirklich angestrengt, dass wir uns anstrengen müssen", so ein Kommentar von Michael Walchhofer.

"Wie zu Zeiten von Franz Klammer"
Und genau daraus hatte Rennleiter Peter Obernauer im Vorfeld des ersten Abfahrtstrainings gar kein Geheimnis gemacht. "Wie zu Zeiten von Franz Klammer", prophezeite Obernauer wilde Ritte über die Streif, auf der die Passagen Steilhang, Alte Schneise und Hausberg-Querfahrt extrem unruhig präpariert wurden. Und wild sind die Ritte ja nun wirklich.

Dass das Warmwetter der Piste zugesetzt hat, dafür können die Kitzbüheler natürlich nichts. Das sieht auch Miller so. Miller würde sich zwar selbstverständlich über seinen ersten Abfahrtssieg in Kitz freuen, "aber die Wertigkeit des Sieges hängt immer von den Umständen ab".

Auch punkto Geschichte und Kultfaktor hat Miller den Kitzbühelern kein allzu gutes Zeugnis ausgestellt. "Kitz war immer Kult, weil jahrzehntelang nichts verändert worden ist. In den vergangenen vier, fünf Jahren hat es zu viele Änderungen gegeben. In der Abfahrt wurden einige Tore umgesteckt, und der Slalomhang wurde verlegt. Das finde ich nicht gut, das alles nimmt Kitzbühel Geschichte weg. Aber die Athleten haben ja leider nichts zu reden."

(apa/red)