Militär-Einsatz in Osttimor: Australischen Armee stürmt angebliche Rebellen-Hochburg

Widerstandskämpfer Reinado kann aber entkommen

Die australische Armee hat eine Rebellenhochburg in Osttimor gestürmt. Ziel der Militäraktion in der Stadt Same, an der laut Augenzeugen auch Panzer und Flugzeuge beteiligt waren, war die Ergreifung des Widerstandskämpfers Alfredo Reinado. Vier bewaffnete Timoresen seien getötet worden, Reinado ist dem Zugriff internationaler Sicherheitskräfte jedoch entkommen.

Die Soldaten seien mit Panzern in die Stadt Same eingerückt, so ein Augenzeuge zur Nachrichtenagentur AFP. Hubschrauber und Flugzeuge hätten sie aus der Luft unterstützt. Der führende Widerstandskämpfer Reinado soll sich seit Tagen mit rund 150 schwer bewaffneten Anhängern in Same aufhalten.

Reinado war vergangenes Jahr ins Gefängnis gekommen, weil er für blutige Unruhen im April und Mai mitverantwortlich gemacht wird. Er konnte aber bei einem Massenausbruch im August fliehen. Australischen Medienberichte zufolge warnte er unlängst, dass "die Menschen zu tausenden aufstehen" würden, wenn ihm etwas geschehe. Sicherheitskräfte der Vereinten Nationen und Australiens fürchten, dass es schwere Ausschreitungen geben könnte, wenn die australische Armee den Rebellenführer töten oder verletzen würde.

Der Sicherheitsrat der UNO hatte im Februar beschlossen, den Friedenseinsatz in Osttimor (UNMIT) um ein Jahr zu verlängern. Im Mai vergangenen Jahres starben bei Unruhen in der früheren portugiesischen Kolonie mehr als 35 Menschen; über 150.000 Menschen flohen vor der Gewalt. Osttimor ist seit 2002 unabhängig. Zuvor hatte der kleine südostasiatische Staat 24 Jahre lang unter indonesischer Besatzung gestanden.(apa/red)