Milder Winter drückt Umsätze im Handel:
10-30 % Minus in Sport- und Textilbranche

Umsatzeinbrüche abhängig von Region und Produkt Zuwächse bei Ganzjahresartikel wie Laufschuhen

Die anhaltend frühlingshaften Temperaturen machen klassische Wintersportartikel wie Skier, Rodeln und Daunenjacken zum Ladenhüter. Im Jänner seien die Umsätze im Sportfach- und Textilhandel - je nach Region und Produkt - um 10 bis 30 Prozent zurückgegangen, bestätigte Ernst Aichinger, Obmann des Bundesgremiums Sportartikelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich, im Gespräch mit der APA.

"Im Dezember sind wir alle noch mit einem blauen Auge davongekommen", so Aichinger. Die Umsatzeinbußen lagen bei 6 bis 7 Prozent und im Gesamtjahr habe der Handel noch positiv bilanziert. Weitaus dramatischer verlief der Jänner. Denn an einigen Tagen seien die Verkaufserlöse bis zu 30 Prozent eingebrochen.

Konsumenten sehr flexibel
Die Umsatzrückgänge im Sportfachhandel seien aber sehr differenziert zu sehen: "Sehr schlimm war es in Skigebieten ohne Schnee, gar nicht so tragisch hingegen in jenen mit Schnee", betonte der Handelsexperte. In den Städten und im Osten geht die Winterware sehr schlecht, dafür gibt es aber Zuwächse bei Ganzjahresartikeln wie Nordic-Walking-Ausrüstung, Laufschuhen und Fahrrädern. "Die Konsumenten sind sehr flexibel", freut sich Aichinger. "Und wenn jetzt bald Schnee kommt, können wir damit leben."

Auch im Textilhandel ein Minus
In der Textilbranche sieht es vor allem für schwere Anoraks und festes Winterschuhwerk schlecht aus. Auch im Textileinzelhandel gestalte sich das Umsatzminus je nach Produktgruppe und Region sehr unterschiedlich und erreiche ein Minus von fünf bis zehn Prozent. Probleme gibt es vor allem mit dem Verkauf von hochwinterlicher Bekleidung. "Die Hochwinterware hängt natürlich sehr stark - der extremste Fall sind die Daunenjacken", bestätigt Willi Stift, Obmann des Bundesgremiums Textilhandel.

Trotzdem keine Preisnachlässe
Mit weiteren Preisnachlässen ist aber offenbar nicht zu rechnen. "Der Preis ist mit minus 30 bis 70 Prozent ohnehin schon im Keller", so Stift. Die ganz ungeduldigen Textilhändler hätten schon vor Weihnachten mit dem Abverkauf begonnen, die anderen sofort nach den Feiertagen.

(apa/red)