Milchmangel treibt international Preise: Produkte vielleicht auch bei uns bald teurer

Deutscher Handel könnte erhöhte Kosten weitergeben Extreme Dürre in Australien und Neuseeland schuld

Die Preise für Milchprodukte befinden sich auf Grund hoher Nachfrage international auf Rekordmarken, nun drohen auch in Österreich Preiserhöhungen. In Deutschland wurde bereits der Molkereipreis um 15 Prozent angehoben. Ob der deutsche Handel die Preise weiter gibt, werden die nächsten Tage zeigen, hieß es von Deutschlands zweitgrößten Lebensmittelhändler Rewe.

Rewe Österreich mit den Handelsketten Billa, Merkur, Penny, Emma und Bipa führt hingegen noch keine Gespräche mit den heimischen Molkereien, so der Konzern zur APA.

Extreme Dürre in Australien und Neuseeland schuld
Auslöser für die Preisspirale nach oben ist unter anderem eine extreme Dürre in Australien und Neuseeland und das Auflösen der teuer subventionierten Butterberge und Milchseen in der EU. Daher werde besonders viel Milch derzeit in Milchpulver umgewandelt. Auch die Butterpreise seien sehr stark nach oben gegangen. Da der Milchmarkt ein internationaler ist, könne sich Österreich von der Weltmarktentwicklung nicht abschotten, hieß es von der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) auf APA-Anfrage.

Der Milchpreis hatte zuletzt immer wieder für Konflikte zwischen Milchbauern und Molkereien gesorgt, wobei letztere den Schwarzen Peter an den Handel weiter reichten. Erst in den vergangenen Wochen gingen in Deutschland die Milchbauern auf die Straße. Sie forderten einen Preis von 40 Cent statt 27 Cent pro Kilogramm.

In Österreich haben die Milchbauern im Vorjahr laut Berechnungen der Agrarmarkt Austria (AMA) durchschnittlich einen Milchpreis von 29,83 Cent erhalten (berechnet nach EU-Parametern). Die Erzeugermilchpreise in der EU lagen im Vorjahr bei 27,89 Cent je Kilogramm. (apa/red)