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So sicher ist Österreichs Milch

Milchforum widmet sich nach Umweltgift-Skandal dem Thema Gesundheitsgefährdung

Kuh mit Milchglas © Bild: dpa/Bernd Schoelzchen

"Österreichs Milch ist sicher", bekräftigte Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Das Thema Gesundheitsgefährdung ist anlässlich des Milchforums in Baden nach dem Auftreten von HCB (Hexachlorbenzol) in Kärnten diskutiert worden. Kein einziges durch das Umweltgift belastetes Produkt sei zum Konsumenten gelangt, so Petschar.

Es handle sich im Görtschitztal um einen Umwelt- und nicht um einen Milchskandal. Die unsachgemäße Entsorgung giftiger Industrieabfälle habe die Milchwirtschaft in der Region in Misskredit gebracht, forderte Petschar eine lückenlose Aufklärung.

Gentechnikfrei und hoher Bio-Anteil

Österreichische Milch sei ein hochwertiges Lebensmittel und könne gerade mit ihrer Qualität - flächendeckende Gentechnikfreiheit, hoher Bio-Anteil, Regionalität - punkten, verwies auch Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, vor allem auf die Exportchancen am deutschen Markt. Der Konsum steige weltweit, bis 2020 werde mit einem Anstieg der Weltmilchproduktion von 600 auf 740 Millionen Tonnen gerechnet.

Milchproduktion muss gesteigert werden

Mit dem EU-weiten Auslaufen der Milchquote (im März 2015) werde auch in Österreich steigende Milchproduktion erwartet, sprach Petschar von plus 15 Prozent und einer anzunehmenden Steigerung der Exportquote von derzeit 48 auf deutlich über 50 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Russland-Embargo, durch das die europäischen Exporte um 33 Prozent zurückgingen und anderwärts abgesetzt werden müssten, erwarte er sich Solidarität des österreichischen Handels, heimische Milch nicht einem Preisdruck auszusetzen.

Die Milchanlieferung ist heuer deutlich gestiegen, bis Anfang November wurde ein Zuwachs von 5,1 Prozent verzeichnet. Der durchschnittlich ausbezahlte Milchpreis lag bei 39,9 Cent pro Kilo netto (44,69 Cent brutto).

Exportmotor stottert

Blass sprach von einem beschatteten Umfeld für die Branche: Man stehe am Rande einer Rezession, der Exportmotor - bisher Wachstumstreiber für die Lebensmittelwirtschaft - stottere. Die Situation erfordere, die gegebenen Chancen und Stärken zu nutzen. Ein österreichischer Haushalt gebe für Milch- und Milchprodukte im Durchschnitt 40 Euro monatlich aus, das entspreche 28 Prozent der Frischeprodukte. Der Löwenanteil dabei entfällt auf Käse, der auch am deutschen Markt wachsenden Stellenwert genieße. Heumilchprodukte würden weiterhin bei den Konsumenten punkten.

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