Migranten könnten zum Erfolg verhelfen:
7 von 23 Spieler mit ausländischen Wurzeln

Internationale Erfolge häufig dank Einwandererkinder Teamspieler mussten Sprach-Probleme überwinden

Migranten könnten zum Erfolg verhelfen:
7 von 23 Spieler mit ausländischen Wurzeln © Bild: Bild: APA/Jäger

Ein im europäischen Nationalmannschafts-Fußball schon seit Jahren bestehender Trend tritt auch in der ÖFB-Auswahl immer stärker zutage. 7 der 23 rot-weiß-roten EM-Kader-Mitglieder haben ihre Wurzeln im Ausland, womit im Team eine Entwicklung eingesetzt hat, die anderen Ländern schon große Erfolge eingebracht hat. So wären etwa der WM-Triumph 1998 und der EM-Titel 2000 für Frankreich ohne Einwanderkinder wie Zinedine Zidane undenkbar gewesen, auch die Niederländer könnten sich ohne Immigranten wohl nicht permanent in der Weltspitze halten.

Österreichs EM-Partner Schweiz fuhr dank seiner Secondos, wie die zweite Generation der Einwanderer genannt wird, zuletzt verhältnismäßig große Erfolge ein. Im ÖFB-Team stehen allerdings nur zwei Secondos im klassischen Sinn. Ümit Korkmaz und Ramazan Özcan kamen als Kinder türkischer Einwanderer in der Alpenrepublik zur Welt.

György Garics (Ungarn) und Ronald Gercaliu (Albanien) verschlug es hingegen mit 14 bzw. 11 Jahren des Fußballs wegen nach Österreich. Ivica Vastic reiste mit 22 ein und bekam mit 26 die österreichische Staatsbürgerschaft. Wieder anders gelagert sind die Fälle von Martin Harnik und Christoph Leitgeb: Harnik wuchs als Sohn eines Steirers und einer Deutschen in Hamburg auf, Leitgebs Mutter ist eine Steirerin, sein kroatischer Vater kam vor rund 25 Jahren aus dem damaligen Jugoslawien nach Graz.

Sprachprobleme und schulische Herausforderungen
Während Harnik und Leitgeb mit Deutsch als Muttersprache groß wurden, war die Sache für Vastic, Garics und Gercaliu komplizierter. Letzterer erinnert sich an seine Anfangszeit in Österreich: "Mit der Sprache habe ich mir schon schwergetan. Das hat eine Zeit gedauert und auch Probleme gebracht, zum Beispiel in der Schule", sagte der Außenverteidiger, der von seiner in Graz lebenden Tante adoptiert worden war. Garics wiederum kam mit 14 ebenfalls praktisch ohne Deutsch-Kenntnisse nach Wien - rund vier Jahre später schaffte er die Gymnasium-Matura mit Auszeichnung.

Öczan steht zu seinen Wurzeln
Özcan wuchs als eines von vier Kindern in relativ einfachen Verhältnissen in Vorarlberg auf. Seine Fußball-Leidenschaft ermöglichte dem Goalie schon bald ein angenehmeres Leben. "Um in den Profi-Fußball zu kommen, braucht man Glück und vor allem das richtige soziale Umfeld. Es ist wichtig, in welchen Freundeskreis du kommst. Ich war in einem, wo alle Fußball-Freaks waren."

Der 23-Jährige steht zu seinen Wurzeln. "Ich bin Türke und ich bin Moslem, da kann niemand etwas dagegen machen. Aber ich habe gesagt, ich habe in Österreich das Fußballspielen gelernt, deswegen will ich auch für Österreich zur Verfügung stehen", sagte Özcan, der im Gegensatz zu Korkmaz nie vom türkischen Verband gefragt wurde, ob er für die Heimat seiner Eltern spielen will.

Korkmaz lehnte dies ebenso ab wie Garics und Gercaliu, der bereits 2005 vom damaligen albanischen Teamchef Hans-Peter Briegel kontaktiert worden war. "Ich habe aber Nein gesagt, weil ich von Hans Krankl die Chance im A-Team bekommen habe", erklärte der 22-Jährige, der schon in seinen ÖFB-U21-Zeiten viele Kicker mit ausländischen Wurzeln als Kollegen hatte und deshalb überzeugt ist, dass deren Zahl in der österreichischen Nationalmannschaft weiter steigen wird.

Zahlreiche Spieler mit ausländischen Wurzeln stehen bereit
Tatsächlich scharren Jungstars wie Zlatko Junuzovic (geboren in Bosnien), Veli Kavlak (Eltern stammen aus der Türkei) oder Rubin Okotie (der Vater kommt aus Nigeria) schon in den Startlöchern. Sie könnten die Nachfolge von Kickern mit A-Mannschafts-Erfahrung wie Tomislav Kocijan (Kroatien) oder Muhammet Akagündüz (Türkei) antreten. Sanel Kuljic (Bosnien) oder Yüksel Sariyar (Türkei) schafften zwar nicht den Sprung zur EURO, sind für das Team aber wohl weiterhin ein Thema.
(apa/red)

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