Migräne-Patienten dürfen ungestraft sündigen: Schoko nicht schuld an Attacken

Ärztin: Heißhunger geht Kopfschmerzen meist voraus In kurzer Zeit "ganze Tafel Schokolade vernichtet"

Migräne-Patienten dürfen ungestraft sündigen: Schoko nicht schuld an Attacken © Bild: APA/DPA/Berg

Sündigen ohne Reue: Schokolade und andere Süßigkeiten lösen keine Migräne aus. Dieser Verdacht stammt vielmehr daher, dass viele Patienten vor einer Kopfschmerzattacke Anfälle von Heißhunger erleben, sagt Stefanie Förderreuther von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): "Bei einer plötzlich auftretenden Essattacke wird dann in kurzer Zeit etwa eine ganze Tafel Schokolade vernichtet." Dies habe dem Naschwerk den Ruf eingetragen, Migräne auszulösen.

Vor Einsetzen der Kopfschmerzen, in der sogenannten Prodromalphase, spüren die Betroffenen laut Förderreuther häufig Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Nervosität, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Heißhunger-Attacken. Bis zu 70 Prozent der Patienten berichten von einer solchen Vorbotenphase.

Nahrungsmittel werden der Expertin zufolge als Auslöser für Migräne überschätzt. Einzige Ausnahme seien allerdings bestimmte alkoholische Getränke, vor allem Rotwein. Dabei löse meist nicht der Alkohol die Beschwerden aus, sondern andere Inhaltsstoffe. Für die meisten Patienten gilt nach Angaben der Fachgesellschaft, dass sie keine speziellen Diäten einhalten müssen.

(apa/red)