Microsoft droht Rückschlag im EU-Kartell-streit: Entscheidung nicht korrekt umgesetzt

Geldstrafe von täglich zwei Millionen Euro möglich Marktbeherrschende Stellung widerrechtlich genutzt

Softwarekonzern Microsoft droht laut einem Zeitungsbericht ein Rückschlag im Kartellstreit mit der EU-Kommission. Die europäische Wettbewerbsbehörde stehe kurz vor einem formellen Urteil, nach dem Microsoft eine Geldstrafe von täglich 2 Mio. Euro drohe, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Dem Urteilsentwurf zufolge habe Microsoft eine Kartellentscheidung vom März 2004 nicht ordnungsgemäß umgesetzt. Der Entwurf soll den nationalen Kartellbehörden vorgelegt werden, die vor wichtigen Entscheidungen konsultiert werden müssen. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wolle das Urteil am 12. Juli öffentlich machen.

Die EU-Kommission wirft Microsoft, auf dessen Betriebssystem Windows 95 Prozent der PCs weltweit laufen, vor, seine marktbeherrschende Stellung widerrechtlich abgesichert und seinen Konkurrenten nicht genügend technische Informationen über Windows zur Verfügung gestellt zu haben. Microsoft dagegen hält der Kommission vor, sie wolle mit den 2004 verhängten Sanktionen das gesetzlich geschützte Eigentum des Unternehmens gefährden.

(apa/red)