Windows-Konzern von

Microsoft-Chef kündigt Rückzug an

Steve Ballmer will in den kommenden zwölf Monaten gehen. Börse reagiert positiv.

Steve Ballmer © Bild: REUTERS/Robert Galbraith/Files

Der US-Softwareriese Microsoft sucht einen neuen Chef. Amtsinhaber Steve Ballmer werde in den kommenden zwölf Monaten zurücktreten, teilte das Unternehmen am Freitag überraschend mit. Er werde noch solange auf seinem Posten bleiben, bis ein Nachfolger ernannt ist. Für den Job kämen sowohl interne als auch externe Kandidaten infrage.

Firmengründer Bill Gates werde dem Gremium zur Suche eines neuen Vorstandschefs angehören. Da der Konzernumbau von Microsoft andauern werde, setzt der scheidende Ballmer auf eine langfristige Lösung. "Wir brauchen einen CEO, der für die neue Ausrichtung länger bleibt", erklärte er.

Börse reagiert positiv

An der Börse kam die Nachricht vom Konzernsitz im Bundesstaat Washington gut an. Die Microsoft-Aktie legte im frühen US-Handel rund sieben Prozent zu. In Ballmers 13-jähriger Amtszeit geriet der einst unangefochtene Windows-Hersteller in eine schwere Krise. Konkurrenten wie Apple setzten dem Konzern mit neuen Geräten zu, alternative Betriebssysteme wie Android machten sich auf Smartphones und Tablet-PCs breit. Deren Triumphzug hatte Microsoft lange nichts entgegenzusetzen.

In der Welt abseits von PCs und Servern gerieten die Systeme des einst dominierenden Software-Herstellers an den Rand der Bedeutungslosigkeit. Der 57-jährige Ballmer steuerte dagegen, hatte aber mitunter wenig Glück. Um dem iPhone etwas entgegenzusetzen verbündete er sich mit der finnischen Nokia, deren Stern allerdings unaufhaltsam sank. Bei den Tablets verließ sich Microsoft nicht mehr auf traditionelle Großkunden wie Hewlett-Packard oder Dell, sondern ließ eigene Geräte bauen, die am Markt allerdings bisher nicht den Hauch einer Chance gegen die Modelle von Apple oder Samsung haben.

Durchwachsene Bilanz im Kerngeschäft

Bei den Betriebssystemen verzeichnete Ballmer sowohl Erfolge als auch Fehlschläge. Während Experten die Version 7 lobten, wurde der Vorgänger Vista und auch der Nachfolger 8 als unausgegoren geschmäht. Der temperamentvolle Manager war für seine ausgefallenen Auftritte in der Öffentlichkeit und bei Firmenveranstaltungen bekannt, bei denen er sich vor Engagement Hemden durchschwitzte oder wie besessen "Developer, Developer, Developer" (Entwickler) vor sich hin brüllte.

Der studierte Mathematiker Ballmer war erst der zweite Vorstandschef in der 38-jährigen Geschichte des Unternehmens nach Gründer Gates, der das Amt 2000 an seinen langjährigen Weggefährten abgab.

Kommentare

Windows 8 ist recht gut. Mit Classic Shell und ein paar Einstellungen womit Bilddateien zu öffnen sind bekomt man das seltsame METRO Zeugs nie zu gesicht.

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