MICHELLE PFEIFFER. Im neuen Film "Cherie" spielt sie eine Edelhure und bricht mit Tabus

Der Film spielt ab 17. Dezember in unseren Kinos Die Schauspielerin gab NEWS ein intimes Interview

Eines der spannendsten Comebacks jüngeren Datums: Schon vor 20 Jahren gab sich Michelle Pfeiffer unter Stephen Frears’ Regie „gefährlichen Liebschaften“ hin. Mit 51 amtiert sie erneut in dessen opulentem Sittenbild. Mit umgekehrten Vorzeichen. Vor dem Leuchten der hedonistischen Belle Époque begibt sie sich in „Cherie“ als Edelkurtisane in den Clinch mit einem deutlich jüngeren Lover. Und beweist in der wortwitzigen Anatomie einer Amour fou Mut zur Mehrfaltigkeit. Das intime Interview.

MICHELLE PFEIFFER. Im neuen Film "Cherie" spielt sie eine Edelhure und bricht mit Tabus © Bild: Filmladen

NEWS:  Die Kombi „ältere Frau, junger Mann“ erzeugt Erregung. Könnten Sie sich so ein Verhältnis für sich vorstellen?
Pfeiffer:  Nein, denn ich bin in meinen Mann wahnsinnig verliebt. Wär ich’s nicht, schon möglich. Es ist immer noch ein Tabu, das nur langsam aufbricht. Es ist deutlich skandalöser, als wenn ältere Männer mit 30 Jahre jüngeren Frauen ­liiert sind. Aber auch das regt auf.

NEWS:  Wie gehen Sie mit dem Älterwer­den um? Als Schauspielerin und als Mensch?
Pfeiffer:  In anderen Branchen ist es heute schwerer, in dem Alter seinen Job zu behalten. Die Firmen suchen junge Leute. Ich gehe damit um wie jede andere Frau auch. Nie hat mich ein Geburtstag so mitgenommen wie der 50. Es ist für niemanden leicht, älter zu werden, insbesondere nicht für Frauen. Andererseits ist es wunderbar, wenn man an die Alternative denkt: tot zu sein.

NEWS:  Gefiel Ihnen die Wahl Obamas?
Pfeiffer:  Ein großer Tag für Amerika! Es gibt keine Worte, mein Glücksgefühl dar­über zu beschreiben.

NEWS:  Tina Turner steht mit 70 noch auf der Bühne. Ist sie da ein Vorbild?
Pfeiffer:  Ich gehe niemals in Pension. Ich bin eine Arbeitsbiene und nur glücklich, wenn ich etwas schaffe. Aber ich habe strengere Auswahlkriterien. Ich mache nicht mehr alles. Ich habe ja heute Familie und möchte nicht ganz von deren Radar verschwinden. Mein Agent nennt mich Dr. No.

(Nadja Sarwat)

Das ausführliche Interview lesen Sie in NEWS 49/09