Michelin oder Bridgestone-Pneus? Reifen könnten Grand Prix von Spanien entscheiden

Alonso bei Heimrennen im Stress und unter Druck Schumacher fehlen nur 13 Punkte auf den WM-Leader

Geht es nach den Einschätzungen von Weltmeister Fernando Alonso und seinem Vorgänger Michael Schumacher, dann wird der Grand Prix von Spanien am Sonntag (ab 14:00 Uhr live auf networld.at) vor allem über die Reifen entschieden. "Michelin hat in den vergangenen zwei Jahren hier jeweils dominiert", erinnerte Renault-Pilot Alonso vor seinem Heimrennen in Barcelona. "Daher bin ich sehr zuversichtlich, dass ich hier gewinnen werde."

Rekordweltmeister Schumacher, der die beiden vergangenen Grand Prix in Imola und am Nürburgring jeweils knapp vor Alonso für sich entschieden hatte, versuchte den spanischen WM-Leader gerade vor seinem Heimrennen unter Druck zu setzen. "Es ist keine Überraschung, wenn wir Renault wieder vorne sehen", meinte der Deutsche, dessen Ferrari mit Bridgestone-Pneus bereift ist. 13 Punkte fehlen dem sechsfachen Spanien-Sieger Schumacher in der WM-Wertung auf den 24-jährige Asturier.

Dabei steht Alonso bei der hohen Erwartungshaltung der hunderttausenden spanischen Fans ohnehin bereits unter gehörigem Erfolgsdruck. "Ich versuche zwar das Wochenende zu genießen, aber ich kann mich nicht einmal mehr frei bewegen", beklagte der Lokalmatador die Schattenseiten der "Alonsomania". Der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte wird in Spanien wie ein Popstar gefeiert, hetzt von Termin zu Termin. "Wir sind auch froh, wenn es wieder vorbei ist", sagte Alonsos Manager Luis Garcia Abad.

Sein Schützling will sich trotz all dem Rummel, den unzähligen Pressefotografen und Autogrammjägern auf seinen Beruf konzentrieren. "Ich kann es kaum erwarten, endlich zu fahren", sagte Alonso. In seiner Heimat waren nach den vergangenen Niederlagen allerdings Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit seines Autos laut geworden. "Ich denke, dass ich im nächsten Jahr bei McLaren ein besseres Auto haben werde als jetzt bei Renault", legte der Superstar sogar noch ein wenig nach. "Ich werde 2007 das beste Auto der Formel 1 fahren."

Gerade im vergangenen Jahr hatte McLaren-Pilot Kimi Räikkönen das Rennen am "Circuit de Catalunya" dominiert und Alonso deutlich auf Platz zwei verwiesen. "Auch heuer ist es eine reine Setup-Frage", meinte der finnische Vize-Weltmeister, der in der laufenden Saison keinesfalls an einen reinen Zweikampf zwischen Renault und Ferrari glaubt: "Unser Auto war schon am Nürburgring stark verbessert. Wir sind wieder auf dem Weg nach oben."

Villeneuve um zehn Startränge zurückversetzt
Der ehemalige Formel 1-Weltmeister Jacques Villeneuve wird in der Startaufstellung zum Grand Prix von Spanien um zehn Startplätze zurückgereiht. Im BMW-Sauber-Boliden des Kanadiers muss vor dem Rennwochenende in Montmelo bei Barcelona der Motor gewechselt werden. Nach dem Rennen vergangenes Wochenende am Nürburgring war ein Defekt festgestellt worden. Laut Reglement müssen die Aggregate aber zwei aufeinander folgende GP-Wochenenden halten.
(apa/red)