Michael Schumacher von

Endgültiger Abschied

"Ohne Wehmut": Deutscher Rekordfahrer tritt nach Grand Prix in Brasilien ab

Michael Schumacher bei seinem Karriere-Ende in Brasilien © Bild: APA/EPA/M. Gutierrez

Nach 308 Grand Prix, sieben WM-Titeln, 91 Grand-Prix-Siegen und unzähligen weiteren Rekorden beendet der Deutsche Michael Schumacher heute seine einzigartige Karriere. "Ohne Wehmut", wie er versichert. Und anders als vor sechs Jahren, verabschiedet er sich endgültig in die Pension. "Ich habe noch keine konkreten Pläne", erklärte Schumacher, dass er sein Leben nach der Formel 1 erst einmal auf sich zukommen lässt.

"Im Leben geht es um Leidenschaften. Danke, dass ihr meine mit mir geteilt habt", teilte der 43-Jährige per Helmaufschrift bei seinem Abschieds-Grand-Prix in Sao Paulo mit. Mindestens einmal jedoch stellt sich Schumacher dem von ihm so geliebten Rennsport. Mit dem knapp 19 Jahre jüngeren Sebastian Vettel will er beim "Race of Champions" in Bangkok im Dezember den Titel verteidigen.

"Stallbursche von Corinna"

Danach will Schumacher andere Leidenschaften pflegen. Großen Platz soll das Reiten einnehmen. Seine erste Karriere als "Stallbursche meiner Frau Corinna", wie er das 2006 nach seinem ersten Rücktritt scherzend genannt hatte, endete bekanntlich schnell. Im zweiten Anlauf soll der Umstieg von 750 PS auf nur noch eine Pferdestärke problemlos klappen. Für Schumacher ist das Vergnügen und Herausforderung zugleich: "Reiten mit meiner Frau. Das ist auch Wettbewerb." Auf der neu gekauften "CS"-Ranch haben die Schumachers dazu genügend Gelegenheit. Das 200 Hektar große Anwesen in Texas dient auch der Pferdezucht.

"Habe das Verlieren gelernt"

Seine Vorstellung von Wettbewerb musste der Rekord-Champion nach seinem Comeback für Mercedes ohnehin korrigieren. Statt wie erhofft um Siege und den achten Titel kämpfen zu können, blieben in den drei Jahren die erwünschten Erfolge aus. "Ich habe das Verlieren gelernt", lautete eine schmerzhafte Erkenntnis. "Aber ich kann in den Spiegel blicken und sagen, dass ich alles gegeben habe."

Absolute Treue zum Team

Obwohl es für den einstigen Seriensieger im Silberpfeil häufig enttäuschend lief, blieb er dem Team gegenüber stets loyal. Und obwohl die öffentliche Kritik meist auf den Superstar niederging, ersparte er sich Schuldzuweisungen an die Teamverantwortlichen, Techniker und Ingenieure. Angeblich will Mercedes Schumacher zum Abschied einen Silberpfeil schenken - zum Teil wäre dies auch ein Dankeschön für absolute Treue. Denkbar ist auch, dass Schumacher künftig als Motorsportberater bei den Schwaben wirkt. "Wir sind in Diskussion mit Mercedes. Es gibt gute Ideen", sagte er.

Dass Schumacher trotz seines Formel-1-Ausstiegs eine begehrte PR-Ikone bleibt, zeigen neue Werbeverträge. Auch nach Bekanntgabe seines Rücktritts kam es zu lukrativen und langfristigen Abschlüssen. Schumacher war und ist weiterhin eine Marke.

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