Michael Jackson von

30 Jahre "Thriller"

Die erfolgreichste Platte der Musikgeschichte feiert Geburtstag - Video galt als Revolution

Die bisher erfolgreichste Platte der Musikgeschichte wird 30: Michael Jacksons "Thriller". Das Album enthielt Hits wie "Billie Jean" und "Beat It". Und als erstem Schwarzen gelang es Jackson, in die von Weißen dominierte Welt der Musiksender einzudringen. MTV spielte das Video zum Titelsong zuweilen zweimal die Stunde - bei 14 Minuten Länge.

Der Erfolg war geplant. Jackson wollte nach seinem viel gelobten Album "Off the Wall" von 1979 einen Nachfolger, bei dem "jeder Song ein Killer wird". Wenn es stimmt, dass einsame und deprimierte Künstler die kreativsten sind, standen die Chancen gut: Als Jackson mit 21 volljährig wurde, war er schon längst ein Star, aber auch traurig und allein.

Außerdem war die Beziehung zu seinem Musikproduzent Quincy Jones alles andere als harmonisch. Aber immer hoch professionell: Die Perfektionisten überarbeiteten jeden der neun Titel noch einmal und nahmen dafür zwei Monate Zeitverzug in Kauf.

Kein Durchstarter

Ein Durchstarter war "Thriller" nicht. Denn die erste Single, "The Girl Is Mine" mit Ex-Beatle Paul McCartney, war viel zu nett. "Billie Jean" schlug dann voll ein und das rockige "Beat It", mit Eddie Van Halen an der Gitarre, fegte durch alle Discos.

Gesamtkunstwerk Video

Und dann kam "Thriller". Der Titel sollte "Starlight" heißen, doch der andere Name passte viel besser. Dabei war es vor allem das Video, dreimal so lang wie der Song, der "Thriller" zum Gesamtkunstwerk machte.

Bei "Thriller" wurde mit John Landis der Regisseur von "Blues Brothers" angeheuert. Den Monolog mit dem diabolischen Lachen am Schluss sprach Schauspiellegende Vincent Price. Es war vielleicht nicht schlüssig, dass den Zombies zwar Arme abfallen und Augen hervorquellen, sie aber trotzdem in perfekter Choreographie über den Friedhof tanzen. Aber was machte das schon? "Thriller" war Kunst, war Revolution.

Proteste von Eltern

Obwohl besorgte Eltern wegen der fiesen Zombies protestierten, empfing US-Präsident Ronald Reagan den Sänger höchstpersönlich. Der Titel heimste nicht nur reihenweise Preise ein, sondern wurde gar als nationales Erbe in die Kongressbibliothek in Washington aufgenommen.

Jacksons Album verkaufte sich nach Angaben seines Managements mehr als 100 Millionen Mal. Nach Schätzungen von Sony waren es zwar nur 55 Millionen, aber das war 2009 - vor Jacksons Tod. Danach stieg die Platte noch einmal hoch in den Charts ein und wird heute allein in den USA weit mehr als 100.000 Mal pro Jahr verkauft.

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