Michael Haneke wieder geehrt: Großer Diagonale-Preis 2006 geht an "Cache"!

Erstmals bester Dokumentarfilm gekürt: "Babooska" von Covi & Frimmel & "Exile Family Movie" von Arash

Der Große Diagonale-Preis für den besten österreichischen Kinospielfilm 2005/2006 ist dem Film "Cache" von Michael Haneke verliehen worden. Der Preis ist insgesamt mit 21.000 Euro dotiert. Verliehen wurden noch weitere Auszeichnungen, darunter auch zum ersten Mal der Preis für den besten österreichischen Dokumentarfilm, den ex aequo Tizza Covi & Rainer Frimmel für "Babooska" sowie "Exile Family Movie" von Arash erhielten.

Die Jury (Peter Rommel, Daniela Sannwald, Götz Spielmann), die den Gewinner des Großen Diagonale-Preises kürte, begründeten ihre Entscheidung für "Cache" damit, dass "Kunst es ermöglicht, unsere Haltung zum Dasein zu überprüfen und zu verändern. 'Cache' erzählt von einem Mann, dessen verdrängte Vergangenheit seine Scheinbar gesicherte Zukunft zerstört". Dazu zitierte die Jury den Psychoanalytiker C. G. Jung: "Was nicht ins Bewusstsein gebracht wird, kommt als Schicksal auf uns zu".

Die ex aequo-Vergabe bei der Wahl zum besten österreichischen Dokumentarfilm, der ebenfalls mit Geld- und Sachpreisen im Wert von 21.000 Euro dotiert ist, wurde von der Jury (Beatrice Michel, Othmar Schmiderer, Barbara Wurm) mit "es gab nicht den einen großen, wahren Film, der uns alle rundum überzeugt hätte. Wir haben einen Kompromiss gefunden, indem wir den Hauptpreis an zwei Filme vergaben". "Babooska" erzeugt eine "wunderbare atmosphärische Nähe zu einem zeitgenössischen europäischen Alltag der nomadisierenden Sesshaftigkeit". "Exile Family Movie" berühre emotional.

Der Diagonale-Preis Innovatives Kino kürte den besten innovativen Experimental-, Animations- oder Kurzfilm 2005/2006. Diese Auszeichnung ging in gleichen Teilen an "Chronomops" von Tina Frank, an lia für "int.16/45//son01/30x1" und an "Eine Million Kredit ist normal, sagt mein Großvater" von Gabriele Mathes. Die Jury (Sandro Droschl, Angela Haardt, Michael Palm) hatte aus 59 Arbeiten auszuwählen, da sie das Niveau der besten Werke gleichwertig" fanden, haben sie die Juroren entschieden den Preis an drei Filme zu vergeben. Dotiert ist die Auszeichnung mit 9.000 Euro.

Das Rennen um den Diagonale-Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau machte Sepp Dreissinger für "artgenossen. 35minutenporträts" für den besten Kurzdokumentar- oder Kurzspielfilm 2005/2006, dotiert mit 4.000 Euro, gestiftet von der Diözese Graz-Seckau. Die Juroren (Florian Kröppel, Katharina Zeckau, Karoline Zobernig) erklärten in ihrer Begründung, dass sich "trotz der scheinbar starren Vorgabe - eine Minute im Leben von 35 Menschen - ein dynamischer Umgang der Protagonisten mit dem Gegenüber entwickelte. Es ergeben sich 35 verschiedene Bilder, die ein schillerndes Porträt unserer 'Artgenossen' zeichnen".

Der Diagonale-Preis der Jugendjury für den besten Nachwuchsfilm 2005/2006 ging an Anna Martinetz für "Stadtutopien oder die Legende von Synia" - sie darf sich über 4.000 Euro freuen. Die Jugendjury (fünf SchülerInnen einer AHS/BHS) entschied sich für den Film, weil er "die Schwierigkeit der Kommunikation zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen beim absurd erscheinenden Projekt, eine ganze Stadt neu zu erschaffen, zeigt".

Den Preis für die beste Kameraarbeit Spielfilm 2005/2006 erhielt Martin Gschlacht für "Spiele Leben", die Auszeichnung für die beste Montage 2005/2006 nahmen Nina Kusturica und Bernhard Schmid für "Kotsch" entgegen. Der mit 10.000 Euro dotierte Produzenten-Preis für eine Innovative Produktionsleistung wurde ex aequo an Allegro Film für "We feed the World" und Lotus Film für "Working Man's Death" vergeben. (apa)