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Dieser Mann gewinnt den Oscar

Er ist derzeit Hollywoods heißeste Aktie: Der Deutsch-Ire Michael Fassbender

Michael Fassbender © Bild: APA/AFP/Court

Vier Jahre erst ist das her, dass sich ein weitgehend Unbekannter namens Michael Fassbender als britischer Soldat Lieutenant Archie Hicox an die Spitze der weltweiten Kino-Charts metzelte. Hochreputierliche Leute wie Brad Pitt zur Seite, löschte er im (mittlerweile per verkürztem Verfahren zum Klassiker nobilitierten) Tarantino-Film "Inglourious Basterds“ die Nazi-Brut um den späteren Oscar-Preisträger Christoph Waltz aus. Wer Augen im Kopf hatte, nahm da schon zur Kenntnis: Hier beginnt eine große Karriere.

Die Überraschung vier Jahre später hält sich somit in Grenzen: Der Schauspieler mit irisch-deutschen Wurzeln war seither in gestandenen zwölf Film-Hauptrollen zugange.

Fachgrenzen ignorierte er dabei konsequent. Die grottenschlechte Comics-Verfilmung "Jonah Hex“ (mit Josh Brolin und Megan Fox); den Mutanten-Blockbuster "X-Men: Die Entscheidung“; und den ehrgeizigen Ridley-Scott-Sci-Fi-Film "Prometheus“ verbindet buchstäblich nur der Protagonist. Und selbst wenn das Werk in seiner Gesamtheit niedergemacht wurde: Den ansehnlichen jungen Herrn ließen die Kritiker stets leben. Heute ist er eine der nachhaltigsten Hoffnungen Hollywoods. Derzeit läuft in Österreich sein Thriller "The Counselor“. Brad Pitt, Penelope Cruz und Javier Bardem sind die Partner.

Nun scheint der logische weitere Schritt anzustehen: Wenn (wegen der Olympischen Spiele mit leichter Verspätung) Anfang März die 86. Oscar-Verleihung in Los Angeles abgefeuert wird, scheint die Auszeichnung für den besten Nebendarsteller greifbar: Im Historien-Drama "12 Years a Slave“, vermutlich erst Anfang 2014 in den heimischen Kinos zu begutachten, gibt Fassbender einen Plantagenbesitzer. Die amerikanischen Kritiker überschlugen sich. Die einflussreiche Internet-Plattform "Metacritic.com“ vergab gar öfter denn je die Höchstnote von 100 Punkten.

Sollte Fassbender gewinnen, hätte die Oscar-Academy ein Versäumnis gutgemacht: Mit der meisterhaften Darstellung eines Sexsüchtigen im Steve-McQueen-Film "Hunger“ verfehlte er 2011 zur Überraschung der Fachwelt die Nominierung. Obwohl er, in den USA obligat, eine Monate lange Oscar-Werbetour bestand. "Das war enttäuschend“ sagt er heute und hat aus der Sache Lehren gezogen: Für "12 Years a Slave“ verweigerte er sämtliche Reklame- und Marketing-Aktivitäten. "Ich habe keine Zeit dafür, drehe lieber Filme“, lässt er die Welt wissen. Und auch anderwertig gilt es Zeit zu investieren: So begehrt er beruflich ist, so konsequent verweigerte er bisher Bindungen im Privaten. Nach der kongenialen Partnerin im Leben wird noch gefahndet.

Kommentare

Jana Klotz

Der Film, in dem Michael Fassbender einen Sexsüchtigen spielt, heißt "Shame" und nicht "Hunger". Im Film "Hunger" - der ebenfalls von Steve McQueen ist - spielt er Bobby Sands.

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