Ostukraine von

MH17: Immer noch sterbliche Überreste der Opfer am Absturzort

Beobachtung von Einsatzkräften - rasche Sicherung der Stelle gefordert

MH17 © Bild: REUTERS/ZDF/Handout via Reuters

Mehr als eine Woche nach dem Absturz von Flug MH17 über der Ostukraine befinden sich noch immer sterbliche Überreste der Opfer am Unglücksort. Dies hätten australische Einsatzkräfte am Freitag vor Ort beobachtet, sagte Australiens Premierminister Tony Abbott am Samstag in Sydney. Der internationale Einsatz zur Sicherung des Absturzortes müsse daher so schnell wie möglich beginnen.

Australien will 190 Polizisten und ein kleines Aufgebot von Soldaten entsenden, um die geplanten Bergungsarbeiten unter Leitung der Niederlande zu unterstützten. Die Ermittlungen vor Ort wurden bisher von den bewaffneten Separatisten behindert.

Auch Malaysia fordert uneingeschränkten Zugang

Auch Malaysia will sich bei den Ermittlungen der Ursache für den Flugzeugabsturz enger mit den Niederlanden abstimmen. Ministerpräsident Najib Razak teilte am Samstag mit, er werde in der kommenden Woche in den Niederlanden mit seinem Kollegen Mark Rutte zusammentreffen. Dabei solle beraten werden, wie der uneingeschränkte Zugang zur Absturzstelle und dem Wrack erreicht werden könne.

Großteil der Leichen ausgeflogen

Das Flugzeug der Malaysia Airlines mit fast 300 Insassen war über dem Rebellengebiet der Ostukraine vermutlich abgeschossen worden. Mehr als zwei Drittel der Passagiere kamen aus den Niederlanden und Malaysia. Ein Großteil der Leichen wurde inzwischen in die Niederlande ausgeflogen, wo sie nun identifiziert werden sollen.

Letzte Leichen aus Zug ausgeflogen

Am Samstag wurden vorerst letzten Flüge der Luftbrücke für die Absturzopfer absolviert. Die Militärflugzeuge mit je 19 Särgen an Bord hoben am Samstag in der ostukrainischen Stadt Charkow ab und wurden nachmittags in Eindhoven erwartet, meldete die Agentur Interfax. Damit seien alle Leichen und Leichenteile, die in vier Kühlwaggons von der Absturzstelle gebracht worden waren, ausgeflogen. Dennoch ist weiterhin unklar, ob überhaupt alle 298 Opfer gefunden worden sind. Auch in den Tagen nach dem Bahntransport waren am Unglücksort noch Opfer entdeckt worden.

Untersuchung steht noch aus

Nach Najibs Worten haben die prorussischen Separatisten zwei mit Malaysia vereinbarte Bedingungen erfüllt: Die geborgenen Leichen der Absturzopfer wurden herausgegeben und die Flugschreiber ausgehändigt. Eine umfassende Untersuchung des Absturzes stehe aber noch aus. "Für mich hat nun Vorrang, dass der dritte Teil der Abmachung erfüllt wird", erklärte Najib. Internationale Ermittler müssten uneingeschränkten und sicheren Zugang zum Absturzort erhalten.

Kommentare