Mexiko feuert Eriksson: Verband zieht in
der WM-Qualifikation 2010 die Notbremse

Aguirre und De la Torre Nachfolgekandidaten

Mexiko feuert Eriksson: Verband zieht in
der WM-Qualifikation 2010 die Notbremse © Bild: Reuters

Mit der Entlassung von Trainer Sven-Göran Eriksson hat Mexikos Verband den Rettungsanker geworfen - trotz stürmischer Zeiten soll ein Untergang bereits in der WM-Qualifikation unbedingt vermieden werden. "Wir haben Herrn Eriksson mitgeteilt, dass seine Zeit bei der Nationalmannschaft abgelaufen ist", sagte Verbands-Chef Justino Compean nach dem Rauswurf des 61-jährigen Schweden. "Wir können Mexikos Teilnahme an der Weltmeisterschaft nicht riskieren", fügte der Präsident hinzu.

Die Entlassung von Eriksson erfolgte einen Tag nach der 1:3-Niederlage der Mexikaner im WM-Qualifikationsspiel gegen Honduras, die die Chancen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika geschmälert hatte. Der frühere englische Nationalcoach war vor zehn Monaten als Nachfolger des mexikanischen Altmeisters Hugo Sanchez zum Trainer der Azteken-Truppe berufen worden, um diese zur WM nach Südafrika zu führen.

Noch hat Mexiko - immerhin bei 13 von 18 WM-Endrunden dabei - als Tabellen-Vierter der Nord-Mittelamerika-Zone die Chancen nicht verspielt, doch nur die ersten Drei sind direkt für Südafrika qualifiziert. Als Nachfolgekandidaten für Eriksson sind zwei Mexikaner im Gespräch: Javier Aguirre (früher Trainer bei Atletico Madrid) und Jose Manuel de la Torre, mit Toluca im Vorjahr der Liga-Champion.

Verständnisvoller Eriksson
Eriksson zeigte sich zwar "frustriert von den Ergebnissen", der Schwede kennt aber das Geschäft und konnte gut verstehen, dass die Fußball-Chefs mit ihrer Geduld am Ende waren. Der Nachfolger Erikssons, der nur vier der bisherigen neun Qualifikations-Partien gewann, muss vor allem etwas gegen die eklatante Auswärtsschwäche tun: die letzten fünf Spiele auf fremdem Terrain gingen allesamt verloren.

Mexiko wird für Eriksson wohl das kürzeste Trainer-Gastspiel seiner bemerkenswerten Karriere bleiben. Bei Manchester City (2007/2008) hatte der eigenwillige Schwede ein Jahr und damit rund zwei Monate länger als in Mexiko durchgehalten. Mit 21 Titeln ist und bleibt er einer der erfolgreichsten Fußballtrainer.

2001 hatte der Skandinavier eine neue Ära begründet, als erster Ausländer war er Trainer der englischen Nationalmannschaft geworden. 67 Länderspiele und 40 Siege von 2001 bis 2006 sprachen zwar für den coolen Schweden, doch die Bilanz bei den großen Turnieren fiel ernüchternd aus. Sowohl bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 als auch bei der EM 2004 scheiterten die "Three Lions" bereits im Viertelfinale.

(apa/red)