Meuterei gegen Teamchef Fabio Capello:
John Terry soll Spieleraufstand anführen

Englands Team unzufrieden mit Taktik & Aufstellung Terry entschuldigt sich nun für seine Verbalattacken

Meuterei gegen Teamchef Fabio Capello:
John Terry soll Spieleraufstand anführen © Bild: bild: Reuters

Der Streit in Englands Fußball-WM-Team spitzt sich zu. "Es fühlt sich an, als wären die letzten zwei Jahre Zeitverschwendung gewesen", zitierten britische Zeitungen Teamchef Fabio Capello. Der enttäuschte Coach distanziert sich zunehmend von seiner Mannschaft. "Ich habe keine Ahnung, wie oder warum die Spieler an diesem Punkt ankommen konnten", meinte Capello. In einer Krisensitzung am Sonntagabend soll Capello angeblich die von vielen Spielern geforderte Aussprache verweigert haben.

An die Spitze der Capello-Kritiker bei den "Three Lions" hat sich Abwehrchef John Terry gestellt. "Meuterei: Terry greift nach der Rolle als Spielertrainer", titelte die Boulevard-Zeitung "Daily Mail". Zuvor hatte der im Februar nach einer Sex-Affäre als Kapitän abgesetzte Innenverteidiger ein Treffen von neun unzufriedenen Spielern nach dem 0:0 gegen Algerien Medienvertretern gesteckt.

Die Fraktion, zu der auch Kapitän Steven Gerrard, Wayne Rooney und Frank Lampard gehören sollen, fordert Änderungen bei Taktik und Aufstellung von Capello. Dass Terry am Sonntag in mehreren Presserunden die Autorität des Trainers öffentlich infrage stellte, soll vielen Teamkollegen jedoch missfallen haben. Nach den mageren Unentschieden gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) müssen die Engländer am Mittwoch ihr letztes Gruppenspiel gegen Slowenien gewinnen, um sicher ins WM-Achtelfinale einzuziehen.

Terry entschuldigt sich
Mittlerweile hat sich John Terry aber für seinen Verbalangriff entschuldigt. "Es war nicht meine Absicht, den Trainer oder meine Mitspieler zu verärgern. Wenn ich jemanden verärgert habe, entschuldige ich mich dafür", betonte der Innenverteidiger in der Zeitung "Daily Mail".

Capello erklärte sich bereit, dem 29-Jährigen zu verzeihen. "Ich hoffe darauf, dass aus großen Fehlern manchmal große Leistungen entstehen können", erklärte der Italiener. "Es gibt keine Revolution, das war der Fehler eines einzelnen Spielers." Terry beteuerte, dass der Coach weiterhin seine volle Unterstützung habe. "Ich glaube nicht, dass ich einen störenden Einfluss auf das Camp habe", sagte Terry. Er habe nur Fragen der Presse ehrlich beantwortet, sei dabei aber möglicherweise "zu weit gegangen".

(apa/red)