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Vor Metaller-Streik: Kritik von Leitl

Wirtschaftskammerpräsident kritisiert Streik-Beschluss der Gewerkschaften

Wirtschaftskammer- Präsident Christoph Leitl und Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard © Bild: APA/Gindl

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ruft die streikbereiten Metaller zurück an den Verhandlungstisch. "Gesprächsverweigerung darf es in Österreich niemals geben", betonte Leitl am Donnerstag. Er warnte vor den Folgen eines unbefristeten Streiks, der nach dem Willen der Gewerkschaft Dienstagfrüh beginnt, sollte nicht vorher ein neues Angebot der Arbeitgeber kommen.

Leitl zeigte sich optimistisch, dass es noch rechtzeitig zu einer vernünftigen Konsenslösung kommen wird. Es wären alle gut beraten, aufeinander zuzugehen und die Zeit bis Dienstag zu nützen. Alle seien gesprächsbereit, betonte der Kammerpräsident in einer Aussendung.

Die Vorgehensweise der Gewerkschaft kritisiert Leitl: "Ich sehe nicht ein, dass nach nur vier Verhandlungsrunden gleich zum schärfsten Instrument gegriffen und ein unbefristeter Streik ankündigt wird, noch bevor man etwa Betriebsversammlungen oder Warnstreiks durchführt."

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Leitl befürchtet durch einen Streik einen großen Vertrauensverlust für den Wirtschaftsstandort Österreich und eine Gefahr für Wachstum und Arbeitsplätze. Was das Streitthema Arbeitszeitflexibilisierung betrifft, so meint der oberste Unternehmervertreter, "die Betriebe müssen wettbewerbsfähig sein und flexibel auf schwankende Auftragseingänge reagieren können. Die Beschäftigten wiederum sind an sicheren Arbeitsplätzen und Freizeit aus einem Zeitkonto interessiert. Da sollte man sich auf eine vernünftige Lösung einigen können."

Ökonomen warnen indes vor hohen Kosten, die ein Streik verursachen könnte. "Das ist ein Verlust an Wertschöpfung von ungefähr 5 Millionen Euro pro Tag", sagte Wifo-Experte Marcus Scheiblecker heute im Ö1-Mittagsjournal. Wochenlange Streiks könnten auch Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft haben. Für die Volkswirtschaft würde hier ein Schaden von etwa 42 Millionen an Wertschöpfung pro Streiktag auftreten, schätzt Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh vom Institut Eco Austria. Nicht ausdrücken könne man den Schaden, den der Wirtschaftsstandort Österreich durch einen Streik an internationalem Ansehen verlieren würde. Schuh sieht in Streiks sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein Verlustgeschäft.

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