Verhandlungen von

"Grenzkonflikt" der Sozialpartner
geht in fünfte Runde

Gibt es heute keine Einigung beim Kollektivvertrag, wird mit Warnstreiks gerechnet

Industrie und Produktion © Bild: Thinkstock/iStock

Mit verhärteten Fronten gehen heute Nachmittag die Verhandlungen der Sozialpartner der Metalltechnischen Industrie für den künftigen Kollektivvertrag (KV) schon in die fünfte Runde. Die Arbeitnehmervertreter fordern eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 4 Prozent für die 130.000 Beschäftigten und drohen, Kampfmaßnahmen zu ergreifen, sollten heute die Weichen nicht Richtung Einigung gestellt werden.

Es geht quasi um einen "Grenzkonflikt": Die einen leben primär in Österreich, die anderen exportieren primär ins Ausland - entlang dieser Bruchlinie stocken derzeit die Verhandlungen. Streitpunkt ist die Inflationsrate. Die Arbeitgeberseite will die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate inklusive einer Berücksichtigung der Inflationsrate in den Kern-Exportmärkten als "Basis für eine faire Entgelterhöhung" heranziehen. Das bringt die Arbeitnehmervertreter auf die Palme: In Österreich ist die Inflation etwas höher als in wichtigen Exportstaaten in der EU.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben kaufen in Österreich ein und zahlen in Österreich Miete, daher zählt für uns die österreichische Inflationsrate", so die Chefverhandler der Gewerkschaften Pro-Ge und GPA, Rainer Wimmer und Karl Dürtscher nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde am Montag vor einer Woche. Replik der Arbeitgeber unter Verhandlungsführer Veit Schmid-Schmidsfelden: "Wir verdienen acht von zehn Euro im Ausland."

Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner nach vier Runden in den Morgenstunden auf einen Kompromiss beim Kollektivvertrag geeinigt.

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