Metaller gehen in dritte Herbstlohnrunde:
Signalwirkung auf weitere Runden erwartet

Standen in zweiter Runde schon knapp vor Abschluss Gewerkschaft: Plus von 2,9% und 200 Euro zu wenig

Metaller gehen in dritte Herbstlohnrunde:
Signalwirkung auf weitere Runden erwartet

Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 164.000 Metallarbeiter und Industrieangestellte wurden fortgesetzt. Die Gewerkschaft will deutlich mehr als 3 Prozent: Prozentuelle KV-Erhöhung plus Einmalzahlung sollten sich auf rund 4 Prozent ausgehen, hieß es aus Verhandler-Kreisen. Der Metaller-Abschluss hat Signalwirkung für alle weiteren KV-Runden.

Zuletzt haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der Ist-Löhne um 2,9 Prozent plus einer Einmalzahlung von 200 Euro plus Verteiloption geboten. Obwohl Arbeitnehmer-Wünsche und Arbeitgeber-Vorstellungen noch relativ weit auseinanderliegen, wird heute mit einem Abschluss gerechnet.

In der zweiten KV-Runde hatte es schon nach einem Abschluss ausgesehen. Als die Verhandlungen über Mitternacht hinaus dauerten, wurde von Beobachtern bereits ein Abschluss erwartet. Um 2.00 Uhr früh ging man jedoch ohne Ergebnis auseinander.

Für die Arbeitnehmer verhandeln Metaller-Chef Erich Foglar und GPA-Angestellten-Verhandler Karl Proyer. Ihnen gegenüber sitzen Leitz-Geschäftsführer Hermann Haslauer und der Industrie-Spartenobmann der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Christoph Hinteregger.

Der Gewerkschaft geht es bei den heutigen Verhandlungen vor allem um Nachhaltigkeit, die sich in Prozenten ausdrückt. Die Arbeitgeber setzen auf Einmalzahlungen. Aufgrund der guten Wirtschaftslage gebe es heuer ausreichend Verteilungsspielraum argumentieren die Arbeitnehmer. Geht man davon aus, dass eine Einmalzahlung von 100 Euro einer Lohnerhöhung von 0,3 Prozent entspricht, müsste die prozentuelle Erhöhung bei einer Einmalzahlung von 200 Euro rund 3,3 Prozent ausmachen. Der neue Kollektivvertrag soll per 1. November in Kraft treten.
(apa/red)