Griechenland-Krise von

Merkel: Spannung in Athen

Straßen gesperrt, Regierungsviertel abgeriegelt, Demonstrationen verboten

Angela MErkel Besuch in Athen mit Protesten © Bild: Reuters/JOHN KOLESIDIS

Für den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt in Athen die höchste Alarmstufe. Dienstag früh sperrte die Polizei das gesamte Regierungsviertel ab. Polizisten wurden auch entlang der Zufahrtsstraße vom Flughafen nach Athen gesichtet. Demonstrationen innerhalb des Regierungsviertels waren am Vorabend verboten worden. Verdächtig aussehende Passanten wurden nach Augenzeugenberichten am Morgen kontrolliert.

Später sollten aus Sicherheitsgründen auch sechs U-Bahnstationen und zwei Schulen geschlossen werden. Die linke Opposition und Gewerkschaften haben zu Protesten gegen Sparauflagen aufgerufen, die das hoch verschuldete Land für internationale Hilfen umsetzen soll. Merkel will "in aller Freundschaft" mit den Griechen reden. Mitbringsel finanzieller Art soll es jedoch nicht geben.


Bei dem eintägigen Kurzbesuch in Athen sind Gespräche mit Regierungschef Antonis Samaras und Staatspräsident Karolos Papoulias geplant. Zudem will Merkel mit griechischen und deutschen Unternehmern zusammentreffen. Nach Angaben der deutschen Bundesregierung ist der Besuch nicht als Zeichen für weitere Hilfszahlungen an das pleitebedrohte Land zu sehen. Die Freigabe der nächsten Hilfstranche hänge vom Bericht der internationalen Troika ab, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Schuldenabbau klappt nicht

Im Vorfeld des Merkel-Besuchs gab es weitere Hiobsbotschaften für die griechische Regierung. Denn Griechenland wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) sein Ziel der Schuldenreduzierung bis 2017 nicht erreichen. Die griechische Gesamtverschuldung werde in fünf Jahren bei 152,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen, teilte der IWF am Dienstag mit. Im Zusammenhang mit den Finanzhilfen für Griechenland ist eine Verschuldung von 137,3 Prozent des BIP geplant. Dieses Ziel hatte Griechenland mit dem IWF und der Europäischen Union (EU) vereinbart, und zwar als Basis des 130-Milliarden-Euro-Rettungspakets.

Nach diesem Programm soll Griechenland ab 2014 einen Haushaltsüberschuss von 4,5 Prozent des BIP erwirtschaften, um die Gesamtverschuldung bis 2020 auf 120 Prozent des BIP zu reduzieren. Dem aktuellen IWF-Bericht zufolge ist ein Haushaltsüberschuss nunmehr frühestens 2016 zu erwarten.


EZB-Chef Mario Draghi hat Griechenland zu größeren Reformanstrengungen gemahnt. Vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments sagte Draghi am Dienstag: "Bei den Reformen muss in Griechenland mehr getan werden." Allerdings habe das klamme Land bereits "deutliche und wahrnehmbare" Reformschritte unternommen. Eine Bewertung der Schuldentragfähigkeit des Ägäis-Staates wollte Draghi allerdings nicht abgeben: "Wir müssen den Troika-Bericht abwarten, um die Lage beurteilen zu können."

Kommentare

2) Geld nehmen von der EU ( also auch von uns) aber uns dann beschimpfen, so geht es sicher nicht.

Darum werde ich es mir gut überlegen inGriechenland Urlaub zu machen! Ich bin nichts neugierig darauf von irgendwelchen Idioten beschimpft und belästigt zu werden nur weil ich mit meiner Frau Deutsch spreche. Griechenland sollte zuerst einmal bei seinen Milliardären nachfragen, dann bei der normalen Bevölkerung. wo die Steuern hingegangen sind, die angeblich bezahlt wurden

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Den griechischen Politikern, die alles zu verschulden haben, scheint es gelungen zu sein den Fokus auf andere zu lenken, besonders auf D. Nur, auch damit kommt man langfristig in GR nicht mehr durch!

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So ist es, Griechenland hat sich den Euro erstohlen denn die Zahlen wurden gefälscht und das Land trat illegal in den Euro ein. Ich glaube nicht dass Angela Ferkel dafür etwas kann. Dass das Volk wütend ist ist klar, aber es sollten die wirklichen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und dass sind soweit ich aufgeklärt bin die Politiker die in GR den Euro ermöglicht haben ohne genau zu kontrollieren.

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