Menschenrechtsorganisationen klagen an: Iran lässt Kinder und Jugendliche hinrichten

In zehn Jahren wurden 177 Minderjährige verurteilt 30 Kinder wurden hingerichtet, Folter ist normal

Im Iran wurden in den vergangenen zehn Jahren laut dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation 177 Minderjährige zum Tode verurteilt. Knapp 30 von ihnen seien hingerichtet worden, die Übrigen warteten immer noch in Gefängnissen auf die Vollstreckung des Urteils, erklärte die Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran.

Die Menschenrechtsorganisation forderte die Verhängung von internationalen Sanktionen. Nur dies würde dem Iran zeigen, "dass es kein normales Verhältnis zum Rest der Welt geben kann, solange diese Barbarei anhält", sagte Aaron Rhodes, Generalsekretär der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte in Wien. Viele der Verurteilungen beruhten außerdem auf Geständnissen, die nur durch Folter zustande gekommen seien. Mehr als zwei Drittel aller Hinrichtungen von Minderjährigen weltweit fänden im Iran statt. Der jüngste unter den Häftlingen war bei seiner Verurteilung 2005 nur zwölf Jahre alt.

Mehr Jugendliche hingerichtet als überall sonst auf der Welt
Auch Amnesty International kritisiert den Iran deswegen heftig. Dort seien "seit 1990 mehr Jugendliche hingerichtet worden als in jedem anderen Land der Welt", hieß es im Jahresbericht 2007. Ein Sprecher des Teheraner Justizministeriums erklärte, dass keine Minderjährigen hingerichtet würden. Allerdings bestünden im Rahmen der islamischen Blutrache, der Qisas, Ausnahmen, räumte er ein. (apa/red)