Menschenrechte verletzt? Justiz in Spanien verhaftet Argentiniens Ex-Präsidentin Peron

Nach Haftbefehl der argentinischen Justizbehörden Unter Auflagen nun wieder auf freiem Fuß gesetzt

Die frühere argentinische Präsidentin Isabel Peron ist in Spanien vorübergehend festgenommen worden. Die Festnahme in in ihrem Haus westlich von Madrid sei auf Grund eines von der argentinischen Justiz beantragten internationalen Haftbefehls erfolgt, teilte die spanische Polizei mit. Wie es aus Justizkreisen hieß, sei sie am Abend "vorläufig" wieder freigelassen worden. Argentinien hat jetzt 40 Tage Zeit, um einen Auslieferungsantrag vorzulegen.

Der internationale Haftbefehl für Isabel Peron steht im Zusammenhang mit Menschenrechtsverstößen während ihrer Regierungszeit von 1974 bis 1976, wie Bundesrichter Raul Acosta in Buenos Aires mitteilte. Konkret geht es um das Verschwinden des linksgerichteten Dissidenten Hector Aldo Fagetti Gallego im Februar 1976 sowie um drei Dekreten, in denen Isabel Peron Aktionen der Streitkräfte gegen "subversive Elemente" angeordnet hat.

Peron soll Verbindungen zur rechtsgerichteten Todesschwadron "Triple A" gehabt haben - die Abkürzung steht für "Alianza Anticomunista Argentina". Zwei mutmaßliche Führer dieser Organisation wurden kürzlich in Argentinien und Spanien verhaftet. Die 75-Jährige lebt bereits seit 1981 im Exil in Spanien.

Maria Estela Martinez de Peron, genannt Isabel, wurde 1973 an der Seite ihres Mannes Juan Domingo Peron zur Vizepräsidentin gewählt. Nach dessen Tod wurde sie 1974 seine Nachfolgerin. Ihre kurze Regierungszeit war geprägt von einer Eskalation der politischen Gewalt, die den "schmutzigen Krieg" während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 vorwegnahm. Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel sagte der Nachrichtenagentur AP, die "Triple A" sei wahrscheinlich in die damaligen staatlichen Strukturen integriert gewesen und markiere somit den Beginn des staatlich unterstützten Terrors. (APA/red)