Leben von

Menorca - die kleine,
leise Schwester von Mallorca

Sie ist die zweitgrößte Insel der Balearen mit 100 romantischen Stränden und Buchten

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Zwischen den beiden Balearen-Inseln Mallorca und Menorca verhält es sich wie bei einem ungleichen Geschwisterpaar: Die eine ist feierwütig und laut, die andere schüchtern und leise. Bei genauem Hinschauen ähneln sie einander und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein.

Schon beim Namen erkennt man den Unterschied. Menorca heißt nichts Anderes als "die Kleine". Tatsächlich kann Menorca hinsichtlich Größe und Einwohner mit ihrer größeren Schwester nicht mithalten. Auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern wohnen gerade einmal 90.000 Menschen. Zum Vergleich: Mallorca ist etwa fünfmal so groß und hat achtmal so viele Einwohner. Ein touristisches Mauerblümchendasein fristet "die Kleine" deshalb aber keineswegs. Für Romantiker und Naturliebhaber ist die östlichste Insel der Balearen sogar die Größte. Türkisfarben leuchtet das Meer in 100 einsamen, verträumten Buchten, fein sind die Strände des Inselsüdens, deren längster die 2,4 Kilometer lange Playa von Son Bou ist. Sie sind fern von den überlaufenen Stränden, wie man sie von Mallorca kennt. Hier kann man durchaus auch der einzige Besucher sein.

Menorca
© florianalbert.net Es Grau im gleichnamigen Naturpark

Einer der schönsten Strände ist Es Grau im gleichnamigen Naturpark. Ein bisschen erinnern die Atmosphäre und die Farbe des Sandes hier an die deutsche Insel Sylt. Bequem knotzt man auf dem eigenen Handtuch mit Blick auf das authentische, weiße Fischerdorf. Der Strand ist besonders beliebt bei Familien. Das Wasser ist seicht, weshalb es relativ rasch warm wird.

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Rund 1,3 Millionen machen jedes Jahr Urlaub auf Menorca. Allerdings ist es in wenigen Fällen Liebe auf den ersten Blick. Besucher, die das erste Mal auf die Insel kommen, sind oft enttäuscht. "Gäste erwarten sich oft ein Mini-Mallorca", erzählt Reiseleiterin Georgina. "Hier ist nichts, was die Gäste auf den ersten Blick überwältigt." Die Insel ist karg und steinig, die fünf Städte erinnern eher an größere Dörfer, das Shopping-Angebot ist eher mager – mit Ausnahme der vielen "Pretty-Ballerina"-Stores und den in allen Farben angebotenen Ledersandalen mit Sohlen aus Autoreifen. Alle tragen sie. Auch die spanische Königsfamilie.

Warum man auf Menorca zweimal weint

Doch nach und nach beginnt der Besucher die Vorzüge der Insel mit ihrem versteckten Schönheiten und ihrem Charme zu entdecken. Das ist auch der Grund, weshalb der Menorquiner gerne erzählt, dass der Gast auf seiner Insel zweimal weint. Das erste Mal, wenn er ankommt, und das zweite Mal, wenn er Menorca wieder verlassen muss.

Liegen, lesen, planschen, braten – wer das sucht, dem wird auf Menorca rasch langweilig werden. Die dafür vorgesehenen typischen Hotelklötze kann man auf Menorca auf einer Hand abzählen. Aus gutem Grund: Durch die Ernennung zum Unesco-Biosphärenreservat im Jahr 1993 wurden einige Küstenabschnitte vor einer Bebauung geschützt. Die mehr als 100 Strände sind öffentlich zugänglich und nur in ganz seltenen Fällen verbaut. Nach einigen Schnitzern zu Beginn des Tourismus vor 45 Jahren wurde nämlich die Notbremse gezogen. Statt riesiger Hotelburgen sind viele kleine Feriendörfer entstanden, die Häuser sind maximal zweistöckig, mit weißem Putz, kleinen Vorgärten, umzäunt von den traditionellen, historischen Steinmauern der Insel.

Die Ferieninsel eignet sich kaum zum Abhängen im Hotel. Hier geht man auf Entdeckungsreise, mietet sich ein Auto oder schwingt sich aufs Rad, um die 50 Kilometer lange und 16 Kilometer breite Insel zu erkunden. Wer Menorcas Küste ausgiebig entdecken will, der kann das über den 179 Kilometer langen Rundweg Camí de Cavalls tun. Einst als Pferdeweg zur Verteidigung der Insel angelegt, kann über diesen die vielen einsamen Buchten erreichen. Er wird aber auch heute noch gern von Reitern genutzt.

Eine Insel zum Entspannen und Erleben

Menorca ist eine Insel für Sonnenanbeter, Naturliebhaber, Hobbyarchäologen und Wassersportfans. Eine Insel zum Entspannen und Erleben. Die Berge im Norden und das Hügelland im Süden könnten nicht mehr Abwechslung schaffen. Inmitten dieser Kontraste thront der "Monte Toro", von dem aus man die ganze Insel überschauen kann. Mit seinen 357 Höhenmetern zählt er zwar nicht zu den Bergen, mit denen man angeben kann, trotzdem gehört seine Besteigung zum Pflichtprogramm eines jeden Urlaubers.

Wer einen wahren Ort der Ruhe sucht, sollte den Faro de Favàritx aufsuchen. Er ist einer der "Giganten" der Insel, ein beeindruckender Leuchtturm inmitten einer geheimnisvollen Landschaft. Von dort oben sieht man bis nach Mallorca. In der Hochsaison kann es hier oben schon ganz schön eng werden aufgrund der vielen Besucher. In der Nebensaison ist man alleine.

Menorca
© florianalbert.net Faro de Favàritx

Zum Pflichtprogramm jedes Menorca-Besuchs gehört auch ein Besuch in der Hauptstadt Maó. Eine Stadttour startet man am besten am Hafen über die "Große Treppe". Besonders zu empfehlen ist eine Fahrt mit dem Yellow Catamaran. Täglich legt jede Stunde eines der beiden Glasbodenschiffe ab, um den Besuchern auch die kleinsten Winkel und größten Geheimnisse des fast 6 Kilometer langen und 30 Meter tiefen Hafens zu zeigen. Eine Stunde lang kann man die Brise des Meeres genießen, während man dem interessanten Kommentar lauscht. Vorbei an englischen Kolonialbauten, hübschen Sommerhäusern der ehemaligen Quarantäneinsel, beeindruckenden Festungen und Verteidigungsanlagen des 18. Jahrhunderts.

Menorca
© florianalbert.net Yellow Catamaran

Auch kulinarisch überzeugt die Insel

Auch kulinarisch überzeugt die Insel. Am Thema Käse führt auf Menorca kein Weg vorbei. In der Käserei S`Hort de Sant Patrici kann man nicht nur alles über die 2.500 Jahre alte Geschichte und traditionelle Herstellung erfahren, sondern auch den berühmten Käse probieren. Auf der herrlichen Terrasse, im Schatten der Pinien. Auch die weltbekannte Mayonnaise hat ihren Ursprung auf Menorca, genauer in Mahón. Um ihren Ursprung ranken sich unter Gastronomen und Historikern verschiedene Legenden. Sicher ist aber, dass diese köstliche Sauce aus Ei und Olivenöl den Fürsten Richelieu, als er 1756 Menorca eroberte, derart entzückte, dass er das Rezept mit nach Frankreich nahm, von wo aus die Mayonnaise um die Welt ging.

Die größte und bekannteste Bodega Menorcas ist Binifadet im Südosten. Auf 13 Hektar werden die Reben angebaut, wobei die einzelnen Weinfelder verstreut auf dem felsigen Untergrund angelegt sind. In die attraktiv gestaltete Bodega integriert ist ein Restaurant mit großer Terrasse, umrahmt von Weinranken und mit Blick auf die Tanks. Neben den Weinen werden auch andere Produkte im Hofladen wie Syrah- und Chardonnay-Trauben-Konfitüren, Olivenöl und in Binifadet-Wein eingelegter Ziegenkäse angeboten.


+++ TIPPS +++


Hotels

Sensimar Eden Binibeca: Exklusiv für Erwachsene ****

Eine Woche im Doppelzimmer mit seitlichem Meerblick auf Basis Halbpenison kostet mit Niki-Flug ab Wien z.B. am 25. Juni ab 1.012 Euro pro Person bei Tui

Menorca
© florianalbert.net Sensimar Eden Binibeca

Aparthotel Club Royal Son Bou**** (All inclusive/Familien): Eine Woche im Appartement Meerblick auf Basis Halbpension kostet mit Niki-Flug ab Wien z.B. am 18. Juni ab 1.261 Euro pro Person bei Tui

Bei Tui gibt es außerdem ca. 200 Ferienhäuser auf Menorca: www.tuivillas.com/menorca

Restaurant & Bars

Flüge

  • Niki fliegt täglich nonstop von Wien nach Menorca.
  • Aua fliegt einmal die Woche von Wien nach Menorca, immer samstags.

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