Melzer kommt nicht an Federer vorbei:
Österreicher scheidet im Achtelfinale aus

US Open: Zweites Duell endet mit 3:6,6:7(4),3:6 29-Jähriger zufrieden: "Ich habe wirklich gut gespielt"

Melzer kommt nicht an Federer vorbei:
Österreicher scheidet im Achtelfinale aus © Bild: APA/EPA/Lane

Jürgen Melzer ist im Achtelfinale der mit 22,668 Mio. Dollar dotierten US Open in New York ausgeschieden. Der 29-jährige Österreicher verkaufte sich aber im zweiten Duell mit dem fünffachen Champion Roger Federer vor 24.000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadion weit besser als noch in Wimbledon. Melzer verlor nach 2:03 Stunden mit 3:6,6:7(4),3:6 und zeigte über weite Phasen ausgezeichnetes Tennis.

"Er hat seine Chancen genützt und ich eben nicht. Zwei von zwölf Breakbällen sind gegen so einen Spieler einfach zu wenig. Nichtsdestotrotz habe ich ein sehr gutes Match gespielt", meinte ein enttäuschter Melzer, der vor allem über das unglücklich verlaufene Tiebreak haderte. "Wenn man die zwei Netzroller umdreht, steht's 6:4 für mich."

"Ich habe wirklich gut gespielt"
"Ich habe wirklich gut gespielt und mich sehr, sehr wohl da draußen gefühlt", sagte der Wimbledon-Doppelsieger, der erstmals vor einer so großen Kulisse aufgetreten war. "Ich würde morgen gerne wieder gegen ihn spielen", hofft Melzer auf ein baldiges Wiedersehen mit Federer auf dem Platz. Was er dann tun würde? "Versuchen, meine Chancen zu nützen."

Zwar war am Sieg Federers letztlich nicht zu zweifeln, dennoch zeigte der Deutsch Wagramer vielleicht eine seiner besten Leistungen überhaupt und hatte auch einige Chancen, das Match noch weit enger zu gestalten. "Ich glaube, das Ergebnis ist eigentlich viel glatter als es das Match war und das ärgert mich."

Lob vom Tennis-Ass
Nach der Niederlage hat nach dem Matchball am Netz noch ein paar nette Worte von Federer gehört. Der sportliche Schweizer entschuldigte sich quasi für das für ihn glücklich verlaufene Tiebreak im zweiten Satz. Auch in der Pressekonferenz fand der Weltranglisten-Zweite und 16-fache Major-Sieger ein paar sehr wohlwollende Worte für einen der Aufsteiger des Jahres im Herren-Tennis.

"Er ist ein großartiger "shot maker". Er trifft immer ein paar wirklich gute, gefährliche Schläge. Es gibt auch nicht viele Burschen da draußen, die aus einem ersten Aufschlag so einen Return rausholen können", meinte Federer nach seinem nun schon wieder vierten Sieg ohne Satzverlust bei diesen US Open. Federer stürmt offenbar unaufhaltsam in Richtung siebentes US-Open-Finale en suite.

Schweizer tritt nun gegen Söderling an
Während für Federer das Turnier im Viertelfinale gegen Robin Söderling weitergeht, kann Melzer dennoch eine zufriedene Bilanz ziehen. Zum dritten Mal in Folge hatte er nach den French Open (Semifinale) und Wimbledon (Achtelfinale) die Runde der letzten 16 erreicht. Und er hat jedes Mal nur gegen die Allerbesten verloren: Nadal in Paris und nun zweimal en suite Federer waren seine Bezwinger.

Melzer sollte sich im ATP-Ranking leicht verbessern, könnte auf Platz 13 aufscheinen, außerdem nimmt er einen 100.000-Dollar-Scheck mit nach Hause. Thomas Muster bleibt damit der bisher einzige Österreicher im Viertelfinale der US Open, dem Steirer war dies 1993, 1994 und 1996 gelungen. (apa/red)