Melzer sieht für Davis Cup klar veränderte Ausgangslage

von Melzer sieht für Davis Cup klar veränderte Ausgangslage © Bild: APA/APA/FOTOBYHOFER/CHRISTIAN HOFER/FOTOBYHOFER/CHRISTIAN HOFER

Jürgen Melzer sieht gestiegene Chancen in Kroatien/Archiv

Österreichs Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer sieht vor dem Auswärts-Länderkampf in Rijeka gegen Kroatien am 4. und 5. Februar eine "deutlich veränderte Ausgangslage". Der doch klare Favorit Kroatien hat nach dem Ausfall seiner Nummer 1, Marin Cilic, nach einer Knie-Operation nicht mehr ganz so leichtes Spiel. Eine Entwarnung gibt es hingegen beim zuletzt auch angeschlagenen Dominic Thiem.

Nach dessen bei den Australian Open erlittenen Muskelfasereinriss an den Rippen war er zunächst fraglich gewesen. Der US-Open-Sieger 2020 gab aber sowohl über Instagram als auch im Gespräch mit Melzer Entwarnung. Der non-playing-captain ist erleichtert. "Er glaubt, dass er rechtzeitig fit wird und ist der Meinung, dass es sich ausgeht. Da muss ich ihm vertrauen. Und somit steht er natürlich auch im Team. Dass er sich seinen Saisonstart natürlich anders vorgestellt hat, ist klar, darüber brauchen wir gar nicht reden", wusste Melzer.

Der ÖTV-Sportdirektor musste daher am Nominierungstag nichts an seiner ursprünglichen Mannschaft mit Thiem, Jurij Rodionov, Dennis Novak und den Doppel-Spezialisten Alexander Erler/Lucas Miedler ändern. Erfreut ist Melzer von Novak, der "definitiv in Form" sei. "Er hat einige Matches gewonnen, freut sich riesig auf den Davis Cup und bringt dort immer wieder gute Leistungen."

Die Form der weiteren ÖTV-Teammitglieder sei "schwierig einzuschätzen. Es ist ganz schwer, Vergleiche zwischen Australien im Freien und dem Hallentennis zu ziehen."

Für Österreich haben sich jedenfalls die Chancen erhöht, zum zweiten Mal nach 2021 das lukrative Finalturnier zu erreichen. Das Team reist am Dienstag gemeinsam per Bus nach Rijeka, noch am Nachmittag steht die erste Trainingseinheit im Sportzentrum Zamet auf dem Programm.

Offen ist nach wie vor, wer bei den Gastgebern Cilic ersetzen wird, angeführt wird das Team von Borna Coric (ATP-23.) und Borna Gojo (125.) und auch das Weltklassedoppel Nikola Mektic/Mate Pavic ist dabei.

Favorit ist das ÖTV-Team für Melzer nach dem Cilic-Ausfall aber nicht. "Cilic ist der Spieler, der Kroatien angeführt hat, der im Davis Cup immer seine Leistungen gebracht hat. Der fehlt ihnen - und in die Rolle muss Coric nun hinein rücken. Das ist auch für ihn nicht leicht", so Melzer in einer ÖTV-Aussendung vom Mittwoch. "Ich glaube, dass die Chancen also um einiges gestiegen sind, aber wir sind immer noch nicht der Favorit." Denn auch vor Kroatiens Nummer zwei Gojo zeigte sich Melzer gewarnt: "Das ist ein sehr aggressiver Spieler, der die Bälle früh nimmt, gut serviert und zu Jahresbeginn vor allem beim United Cup gut gespielt hat. Aber: "Wir sind jedenfalls in keiner Partie bei diesem Davis Cup chancenlos, aber die Gesamtaufgabe ist natürlich schwer."