Meinung von

Wenn Politkinder nachdenken...

Pohl-Position von Walter Pohl

Meinung - Wenn Politkinder nachdenken... © Bild: NEWS

Der Jugend sagt man gemeinhin nach, dass sie fast immer die Wahrheit erkennt und sich vor allem traut, diese auch auszusprechen. Das mag in den meisten Fällen des gesellschaftlichen Alltags gelten, in der Politik sieht die Sache ein wenig anders aus. Partei-Youngster kommen oft mitten in ihrer intellektuellen Pubertät in die Weihen, große Sprüche klopfen zu dürfen.

Dafür gibt es positive Beispiele, wie etwa den beeindruckend agierenden Sebastian Kurz (ÖVP). Andererseits wiederum verharrt Laura Rudas (SPÖ) hartnäckig in der Nachwuchsphase jener Hoffnung, die man in sie gesetzt hat.

Warum dieser kurze Abriss? Weil vor kurzem die Sozialistische Jugend in Salzburg in entzückend naiver Weise übers Ziel geschossen hat: Man möge doch die Theorie des Führerscheinunterrichts künftig schon in den Schulen unterrichten. Das ist ein Denkansatz, der dem IQ eines Rosettenmeerschweinchens entspricht. Erstens, weil unsere geplagten LehrerInnen dann weitere Unterrichtseinheiten zu erledigen hätten, für die jetzt schon kein Budget da ist. Zweitens, weil es in Zeiten der Entwicklung vom Individual- hin zum öffentlichen Verkehr eine Chuzpe an sich ist. Und drittens, weil die professionelle Ausbildung zum Führerschein ein Wirtschaftsfaktor ist, der trotz Krise Tausende Arbeitsplätze sichert.

Willi Koblizek, Chef der Fahrschule Schwedenplatz, die im Ring der „Drive Company“ agiert, bringt die Sache auf den Punkt: „Eine Schnapsidee. Viel g’scheiter wäre es, die Mehrwertsteuer auf den Theorieunterricht zu streichen. Schließlich gibt es ja auch keine Steuer auf eine Mathestunde.“ Wie wahr!