"Meiner Ansicht lebt er noch": Osama bin Laden soll sich derzeit in Pakistan aufhalten

Al-Kaida-Chef laut US-Geheimdienst am Leben

"Meiner Ansicht lebt er noch": Osama bin Laden soll sich derzeit in Pakistan aufhalten

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist nach Angaben der US-Geheimdienste noch am Leben und versteckt sich im Westen Pakistans an der Grenze zu Afghanistan. Die Geheimdienste machen Pakistans Regierung für das Erstarken der Talbiban in der Region verantwortlich. Die pakistanische Regierung wies die Aussagen zurück.

"Meiner Ansicht lebt er (Bin Laden, Anm.) noch. Und ich glaube, er ist in der Stammesregion von Pakistan", sagte der Koordinator der US -Geheimdienste, Michael McConnell, gegenüber dem Fernsehsender NBC. McConnell machte die pakistanische Regierung dafür verantwortlich, dass sich die Al Kaida neu gruppieren habe können.

Schuld sei vor allem ein umstrittenes Friedensabkommen mit Stammesführern vom vergangenen September, das die Region entlang der Grenze zu Afghanistan zu einem weitgehend gesetzlosen Gebiet gemacht habe. "Anstatt Al Kaida herauszudrängen, haben sie einen sicheren Rückzugsort für Training und Rekrutierung geschaffen", sagte McConnell. Dennoch bliebe Pakistans Präsident Musharraf ein wichtiger Verbündeter.

Friedensabkommen aufgekündigt
Das Friedensabkommen wurde kürzlich von Taliban- nahen Stammesführern aufgekündigt. Seitdem gibt es in dem Grenzgebiet zu Afghanistan immer wieder Zusammenstöße mit Regierungstruppen. Die Erstürmung der von Islamisten besetzten Roten Moschee in der Hauptstadt Islamabad in der vergangenen Woche hatte die Spannungen zwischen der Regierung und Extremisten weiter angeheizt.

Die pakistanische Regierung wies die Aussagen McConnells zurück. Osama bin Laden halte sich nicht in Pakistan auf, sagte Innenminister Sherpao. "Wer Informationen (über den Aufenthaltsort) hat, sollte sie an uns weitergeben, damit wir ihn fassen können." Außenminister Kasuri sagte dem Fernsehsender CNN, die Entschlossenheit Pakistans im Anti-Terror-Kampf könne nicht angezweifelt werden. Er forderte die USA auf, seinem Land handfeste Geheimdiensterkenntnisse zu geben, damit es handeln könne.

(apa/red)