Meidlinger folgt Hundstofer: Neuer Chef für Gewerkschaft der Gemeindebediensteten

42-Jähriger verbietet sich Zurufe aus der SPÖ "Mehr Macht für Einzelgewerkschaften vorstellbar"

Christian Meidlinger ist seit Dienstag neuer geschäftsführender Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). Der gelernte Elektromechaniker aus Wien-Floridsdorf übernimmt die Agenden von Rudolf Hundstorfer, der sich während der nächsten eineinhalb Jahre hauptsächlich auf seine Aufgabe als ÖGB-Präsident konzentrieren wird.

Der 42-Jährige kann sich grundsätzlich vorstellen, dass bei der ÖGB-Reform mehr Macht auf die Einzelgewerkschaften fällt. Wie er nach seiner Kür betonte, sei aber vor allem wichtig, dass es eine vernünftige Aufteilung der Aufgaben zwischen Zentrale und Fachgewerkschaften gebe. Zurufe verbat sich das "einfache Partei- Mitglied" seitens der SPÖ.

Konkret geht es dabei um die BAWAG bzw. den Aufruf von SPÖ-Chef Gusenbauer, sich von dem Bank-Institut zu trennen, kurz bevor der ÖGB dann tatsächlich einen entsprechenden Beschluss fällte. Das hätte man sich sparen können, meinte Meidlinger. Der ÖGB wisse schon selbst, was zu tun sei. Dass durch die BAWAG-Affäre für den Gewerkschaftsbund Schaden entstanden sei, bestritt der neue GdG-Chef nicht.

Ob seine Gemeindebediensteten auf Dauer eigenständig bleiben, wollte Meidlinger weder in die eine noch in die andere Richtung kommentieren. Es gebe aber jetzt schon funktionierende Kooperationen mit Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Eisenbahner-Gewerkschaft. Konkret auf einen möglichen Zusammenschluss mit der GÖD angesprochen, schloss er solche Überlegungen nicht aus.

In der Praxis dürften solche Ideen allerdings kaum Chancen auf Realisierung haben, ist doch die GÖD die einzige ÖVP-dominierte Gewerkschaft und würde diesen Status bei einem Zusammenschluss mit den Gemeindebediensteten verlieren.

(apa)