Mehrheit der Straftäter nicht rückfällig: 62 Prozent bleiben nach Haft verurteilungsfrei

Studie: Bei Sexualstraftäter Quote bei nur 4 Prozent Höhere Rate bei Jugendlichen und Einheimischen

Mehrheit der Straftäter nicht rückfällig: 62 Prozent bleiben nach Haft verurteilungsfrei © Bild: APA/Hochmuth

Knapp zwei Drittel - exakt 62 Prozent - der von den heimischen Strafgerichten Abgeurteilten werden kein zweites Mal verurteilt. Selbst unter den Vorbestraften bleibt fast jeder Zweite "wiederverurteilungsfrei". Bei Jugendlichen bzw. Einheimischen ist die Wiederverurteilungsrate höher als bei Erwachsenen bzw. Fremden.

Diese und weitere Ergebnisse haben die Wiener Kriminalsoziologen Arno Pilgram und Veronika Hofinger am Freitag bei einer Fachtagung im Justizministerium präsentiert. Ein Jahr hatten die beiden mit einer Arbeitsgruppe an dem Projekt gearbeitet, das fundierte Grundlagen für zukünftige kriminalpolitische Überlegungen liefern soll.

Zeitraum 2003 bis 2007
Die neue Wiederverurteilungsstatistik bezieht sich auf sämtliche im Jahr 2003 rechtskräftig abgeurteilten Personen sowie jene, die im selben Jahr aus unbedingten Freiheitsstrafen entlassen wurden. In weiterer Folge beobachteten die Wissenschaftler, wie viele Männer und Frauen bis zum 31. Dezember 2007 neuerlich strafrechtlich schuldig gesprochen wurden.

Die nun vorgelegte Statistik fördert bemerkenswerte Fakten zutage: Von jenen Personen, die erstmals verurteilt worden waren, blieben im Beobachtungszeitraum drei Viertel "wiederverurteilungsfrei". Selbst von den bereits Vorbestraften wurden 46 Prozent nicht mehr schuldig erkannt.

Fazit der beiden Forscher: "Die Justizklientel ist nicht geprägt von Wiederholungstätern". Fast jeder zweite Vorbestrafte schaffe "den Ausstieg aus der Karriere". (apa/red)