Wehrpflicht von

Mehrheit für Berufsheer

In der großen NEWS.AT-Umfrage sprechen sich 60 Prozent gegen die Wehrpflicht aus

Verteidigungsminister Darabos bei Soldaten im Kosovo. © Bild: APA/Bundesheer/Peter Lechner

Am Sonntag entscheidet Österreich im Zuge der Volksbefragung über die Zukunft des Bundesheeres. Bereits in den vergangenen Tagen waren jedoch die NEWS.AT-User gefragt, ihre Meinung kundzutun. Und diese Umfrage brachte ein Ergebnis hervor, mit dem Verteidigungsminister Norbert Darabos wohl sehr gut leben könnte: Beinahe sechzig Prozent der Teilnehmer sprachen sich für ein Berufsheer aus.

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Um genau zu sein waren es 59,43 Prozent, die die allgemeine Wehrpflicht und den Zivildienst in der derzeitigen Form für nicht mehr zeitgemäß befinden. Demgegenüber sprachen sich nur 40,57 Prozent für das von ÖVP und FPÖ favorisierte bestehende Modell aus.

Das Umfrageergebnis in Prozent.
© NEWS.AT

Gibt es also doch noch Hoffnung für Darabos, Häupl, Hundstorfer und Co.? Sämtliche Umfragen der letzten Wochen und Monate hatten ja eine stabile Mehrheit für die Wehrpflicht-Befürworter ausgewiesen. Zuletzt sah eine "Karmasin"-Umfrage für "profil" die Wehrpflicht mit 52 Prozent Zustimmung voran, das Berufsheer kam lediglich auf 41 Prozent.

Mobilisierung als entscheidendes Kriterium

Freilich ist die Aussagekraft der Umfragen nur begrenzt, sind doch viele Wahlberechtigte noch in zweierlei Hinsicht unentschlossen: Einerseits ob sie überhaupt an der Volksbefragung teilnehmen und andererseits, wofür sie im Fall der Teilnahme stimmen werden. Im Vorfeld war - unter anderem von Wiens Bürgermeister Michael Häupl - mit einer Wahlbeteiligung von maximal dreißig Prozent gerechnet worden. Darabos zeigte sich zuletzt aber von einer deutlich höheren Quote überzeugt.

© Video: NEWS.AT

Über das entscheidende Kriterium der Volksbefragung sind sich freilich alle Beobachter einig: Die Seite, die ihre Anhänger besser mobilisieren und zum Urnengang bewegen kann, wird das bessere Ende für sich haben. Egal, ob am Ende 25 oder 35 Prozent der Wahlberechtigten an der Befragung teilgenommen haben werden.

Kommentare

derpradler

Da hat diesmal die Umfragemanipulation nicht funktioniert!

@Ivoir: Mit dem Alkoholverbot haben Sie 10000%ig recht. Allerdings werden dann viele Unteroffiziere jeden Arbeitstag als kalten Entzug empfinden.

Die Manöver der Parteien sind auch durchschaubar. Die schwarze Reichshälfte ist sowohl beim Bundesheer überdurchschnittlich hoch vertreten, aber auch bei den Trägern der sozialen Einrichtungen wie kirchennahe Organisationen die in besonderem Ausmaß von den Zivildienern profitieren. Die rote Reichshälfte ist erfahrungsgemäß gegen alles, was den Schwarzen hilft. Koalition hin oder her.

Ich halte jedoch nach wie vor an 2 Grundpositionen fest:

1) Unser Bundesheer ist und bleibt so wie es jetzt ist, eine einzige Illusion. Egal vor welche Aufgabenstellung diese Institution gestellt wird, sie wird dieser nicht gewachsen sein. Es gehlt an Material, es fehlt an Ausbildung, insofern ist jeder Cent der in diesen Apparat fließt verlorenes Geld.

2) Die Aufrechterhaltung der sozialen Dienste ist nicht Aufgabe der jungen Menschen, die zwangsverpflichtet werden, dies ist in letzter Konsequenz Aufgabe des Staates. Ein Freiwilligendienst mit gewissen Benefits wäre wünschenswert (bspw. das freiwillige soziale Jahr in Deutschland), daß das Freiwilligensystem hervorragend funktioniert wissen wir, beispielhaft nenne ich hier nur die Freiwilligen Feuerwehren, Pfadfinder, Rotes Kreuz, Caritas etc. die sich nicht nur aus Zivildienern speisen.

Ich halte es für praktisch nicht umsetzbar auf Dauer junge Menschen gegen ihren Willen, ohne Ausbildung und ohne Rücksicht auf deren Eignung zwangsweise Dienst gerade an Menschen, die mit körperlichen oder geistigen Defiziten zu kämpfen haben, aufzubürden. Das kann und wird nicht gut gehen. Gerade für solche Tätigkeit braucht es neben der "Berufung" auch eine fundierte Ausbildung.

Und wir können nicht alle Zivildiener in Bibliotheken und als Schülerlotsen einsetzen.

Also ich bin gegen Wehrpflicht (sinnlose Zeit) und gegen verpflichtenden Sozialdienst (Zwangsarbeit).

Wenn der Sozialdienst so wichtig ist, so empfehle ich allen Politikern (Bundesregierung, Nationalrat, Bundesrat, Landtagsregierungen, Landtage, gesamt schon mal ca. 1000 Personen) einen sogenannten Sabattical einzulegen und freiwillig ein Jahr Dienst an alten, kranken und behinderten Menschen zu leisten, und mit dieser Erfahrung dann die politische Willensbildung voranzutreiben.

Ich bin überzeugt, es würde uns allen guttun.

Ivoir

Liebe News,bitte doppelten Eintrag löschen - Danke

Ivoir
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Egal ob Wehrpflicht oder Berufsheer; Erste Priorität muss 0,0Promille in allen Kasernen eingeführt werden, wenn schon ein Heer dann gute ausgebildete Soldaten und keine Kampftrinker, was heute in jedem Unternehmen Usus ist darf bei diesen staatlichen Betrieben nicht als selbstverständlich gehandhabt werden. Also striktes Alkoholverbot und auch Rauchverbot im gesamten Kasernengelände.

Ivoir
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Der Risikofaktor Zivildienst kann die Sozialdienste in erhebliche Schwierigkeiten versetzen, aber ich nehme an, dass hier eine entsprechend lange Übergangsphase einkalkuliert wurde, damit sich der Personalpool der sozialen Einrichtungen anpassen kann. Höhere Zahlungen an die Freiwilligen bedeutet auch eine Kostenexplosion,

Ivoir
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Der Risikofaktor Zivildienst kann die Sozialdienste in erhebliche Schwierigkeiten versetzen, aber ich nehme an, dass hier eine entsprechend lange Übergangsphase einkalkuliert wurde, damit sich der Personalpool der sozialen Einrichtungen anpassen kann. Höhere Zahlungen an die Freiwilligen bedeutet auch eine Kostenexplosion,

Helmut Bitschnau

JA zu Wehrpflicht & Zivildienst - aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile ... gleichzeitig bin ich auch für vernünftige Reformen, dazu braucht man aber keinen "Grundsatz-Wechsel" ... Beispielsweise der Zivildienst ist ein wichtiger Faktor im Rettungsdienst ... das freiwillige Sozialjahr kann funktionieren, ist aber keine Garantie. Das sollte nicht vergessen werden.

powervomland melden

Kann es ein, daß NEWS Interesse hat, die Meinungsumfragen zu beschönigen oder verkehrt herum darzustellen?

wintersun melden

Lesen Sie mal das dann sollte die Frage beantwortet sein:

http://www.news.at/a/wehrpflicht-wolksbefragung-kinder-macht

Manchmal könnt ich explodieren wenn ich hier lese.

powervomland melden

Vielen Dank, ich stimme Ihnen zu! Wahrscheinlich kommt in diesem Land auch noch eine Abstimmung über die Schulpflicht, und dann Gnade uns Gott! Und vielleicht auch noch über die Arbeit, die ja so schrecklich ist. Man muß freitags nur Ö 3 hören, das ist wie Gehirnwäsche. Genießen und Leben auf Pump, irgendwer wirds zahlen, irgendwer wirds gradebiegen, man hat ja 7 Leben. An Sie:Have a nice weekend!

wintersun melden

Jaja, zum Thema Ö3 stimme ich absolut zu :-)
Ja ich sehe das auch so, schaffen wir den Zivildienst einfach ab, den armen Buben kann man das doch einfach nicht zumuten dass sie DER GESSELLSCHAFT EINEN NÜTZLICHEN DIENST ERWEISEN UND DABEI VIELLEICHT AUCH NOCH NEUE GUTE SEITEN IN SICH ENTDECKEN!
Und die Millionen die zusätzlich an Kosten anfallen tun uns doch auch nicht weh, gell ;-)
Danke, mein Weekend war super, Ihnen wünsch ich eine angenehme Woche!

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Mit dieser aus parteipolitischen Kalkül initierten Volksbefragung sowie der nervenden Informationspolitik der Regierungsparteien (Parteipropaganda statt sachlicher Information) wird der Forderung der Bürger nach echter Mitbestimmung kein guter Dienst erwiesen.

Für die zu erwartende schwache Beteiligung ist die Informationspolitik der Regierung verantwortlich.

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http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/517106_pflanzerei_wehrpflichtbefragung.html

naja ganz klar, 60 % die offensichtlich lieber ins dunkle fallen als etwas aufrechtzuerhalten, das zwar recht sinnlos, aber dafür friedenserhaltend ist und unser gesundheitssystem noch für eine gewisse dauer aufrecht erhalten lässt... es is alles sooooo unglaublich dumm. und der österreicher merkt es nichteinmal dass es wiedermal nur um polarisierung geht.. zu traurig

wenn wir tatsächlich ein berufsheer kriegen, werden wir uns natürlich auch der NATO anschließen und dann werden wir natürlich auch wieder NATOSTÜTZPUNKTE in österreich haben. die jungen kennen das nicht, aber wir haben schon zeiten erlebt wo fremdes militär in österreich stationiert war,
N E I N D A N K E !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Nudlsupp melden

Schon klar, 60% sind in der Umfrage dafür. In der Umfrage zu Steuern haben sich 99,85% dagegen ausgesprochen, die restl. 0,15% stehen grad vor Gericht und haben eh alle Offshore-Firmen :-), die Frage ob sich jeder einen Griechen mit nach Hausen nehmen dürfen soll, haben 94,5% mit Ja gestimmt, und auf die Frage ob es im Sommer in den Urlaubsregionen 30 Grad und mehr haben soll, haben 74% mit Ja gestimmt, die restlichen 26% haben dieses Jahr keinen Urlaub :-)

Solche Umfragen so kurz vor der Entscheidung haben nur einen Sinn, und der dürfte jedermann einleuchten.

@derpradler: Sollte der Androsch wirklich Recht haben, und ganz ausschließen kann man es tatsächlich nicht, dann werden wir uns unter Umständen echt mal dafür entscheiden müssen, ob auch wir dafür unseren Kopf hinhalten oder ob das nur die anderen tun sollen, und ob die dann auch dazu bereit sind.

Und wenn ja, ist es mir tausendmal lieber, daß dies Berufssoldaten machen, weil ob unsere Grundwehrdiener die Probleme weg-exerzieren können (mehr kann man nach mehreren Monaten Grundwehrdienst leider nicht) wage ichernsthaft zu bezweifeln.

Die Neutralität war super, ist es immer noch, aber, und das sage ich als Pazifist, dem jeder Krieg zuwider ist, auch feige.

Etwas, was mich tatsächlich schaudern lassen würde, wenn bei einem europäischen Verteidungsbündnis wieder die Hörigkeit an die USA gegeben wäre, bei denen kann man nur hoffen, daß die ausufernde Staatsverschuldung weitere Angriffskriege verhindert.

wintersun melden

Ja genau das was sie im letzten Absatz ansprechen sind meine größten Sorgen. Ich sags wie es ist aber auf ein Berufsheer das sich an illegal eingefädelten und unter falschen Vorwänden durchgeboxten Ressourcenkriegen beteiligt, auf das SPUCKE ich!!!
Dann kann ich in der Welt wohl kaum noch mit Stolz behaupten Österreicher zu sein mit dem Gedanken meine Landsleute bombardieren Zivilisten nieder weils dort Öl, Gold oder sonstwas gibt.

Nudlsupp melden

Ja, diese Vorstellung ist wohl nicht so prickelnd. Was ich aber, nicht speziell auf Ihren Beitrag, aber insgesamt nicht so recht verstehen mag, gibt es die Verknüpfung tatsächlich? Wäre es also tatsächlich so, daß wenn diese sogenannten Rohstoffkriege tatsächlich geführt werden, und wir unterstellen, daß auch wir künftig Rohstoffe brauchen, daß wir uns daran nur mit einer Berufsarmee beteiligen müssten, und wenn keine da wäre, alle benachbarten und befreundeten Staaten, so hilfsbereit wären, Ihren Köpfe für uns hinzuhalten, ohne daß wir uns beteiligen?

In diesem Fall wäre doch die logische Konsequenz doch das Bundesheer ganz abzuschaffen oder? Dann würden es doch eh die anderen richten?????

Oder verstehe ich da was falsch?

wintersun melden

Sorry das ich erst jetzt antworte:
Ich bin ja kein Experte, aber in meinen Augen ließe sich ein Berufsheer leichter von außern steuern und zu solchen Handlungen treiben.
Ich bin der Auffassung Rohstoffe erwirbt man indem man handelt und sich als Handelspartner gegenseitig respektiert.
(In etwa so wie es die Chinesen in Afrika machen)

Und nicht indem man dort Chaos stiftet was den Tod abertausender Menschen zur Folge hat.
Das dies nicht immer leicht ist, ist mir natürlich klar.
Aber solch hinterlistigen Aktionen unter dem Deckmantel der Demokratie kann ich nichts abgewinnen.

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