Mehrere Tote bei Protesten in Ägypten:
Zwei Demonstranten und ein Polizist getötet

Landesweite Demos gegen ägyptische Regierung Botschafter: Österreichische Touristen nicht in Gefahr

Mehrere Tote bei Protesten in Ägypten:
Zwei Demonstranten und ein Polizist getötet © Bild: Reuters

Bei landesweiten Protesten Zehntausender Menschen gegen die ägyptische Regierung hat es am Dienstag mindestens drei Tote gegeben. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwei Demonstranten und ein Polizist getötet. Allein in der Hauptstadt Kairo nahmen nach Polizeiangaben rund 15.000 Menschen an den Protesten teil. Ihnen gegenüber standen 20.000 bis 30.000 Polizisten.

Die Demonstranten schwenkten ägyptische Fahnen und forderten politische und soziale Reformen, einige bewarfen die Polizei mit Steinen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Auch in den Städten Alexandria, Mansura und Ismailiya sowie in Assuan, Assiut und El-Mahdia versammelten sich Tausende Menschen. Es handelte sich laut Experten um die heftigsten Proteste in Ägypten seit 1977.

Bei den anfänglich noch friedlichen Protesten hatte die Polizei zunächst sehr zurückhaltend agiert. Dies war offenbar dem Umstand geschuldet, dass die Regierung eine ähnliche Massenrevolte wie in Tunesien zu vermeiden suchte. Dennoch eskalierte die Situation an mehreren Orten. Die Menschen riefen: "Lang lebe ein freies Tunesien" und "Nieder mit Mubarak".

Die meisten Orte in Ägypten, wo österreichische Touristen hinfahren, sind von den Anti-Regierungs-Protesten im Land nicht betroffen. Wie Botschafter Thomas Nader der APA am Mittwoch auf Anfrage sagte, seien die Demonstrationen auf "historisch gewachsene Orte" vor allem im Großraum Kairo und im Nildelta beschränkt. Der Botschafter sieht aber auch für Teilnehmer von Nilkreuzfahrten keine Gefahr. Bisher hätten sich im Übrigen auch keine Österreicher, die entweder bereits in Ägypten waren oder dorthin reisen wollten, deswegen an die Botschaft in Kairo gewandt, sagte Nader weiter. Die österreichische Vertretung sei aber auf jeden Fall 24 Stunden erreichbar.

(apa/red)