Fakten von

Kräftiges Plus bei
Unternehmensgründungen

Knapp 30.000 neue Unternehmen im Vorjahr entstanden - Rückgang bei Insolvenzen

Symbolbild: Jungunternehmer © Bild: iStockphoto.com

Die Zahl der Unternehmensneugründungen ist 2015 im Vergleich zum Jahr davor um 4,8 Prozent auf 29.561 gestiegen. Inklusive der Sparte selbstständige Personenbetreuer, die Pflegekräfte umfasst, waren es 39.738 Neugründungen, was einem Zuwachs von 7,2 Prozent entspricht.

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Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zeigte sich hocherfreut, in einem "Land in kollektivem Depressionszustand" positive Zahlen präsentieren zu können. Niemanden hätte überrascht, hätte er statt des Plus ein Minus von 10 Prozent verkündet, sagte er am Dienstagvormittag vor Journalisten.

Weniger Insolvenzen als im Vorjahr

Eine positive Entwicklung gab es WKO-Zahlen zufolge auch bei Unternehmensinsolvenzen: Hier kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem Rückgang von 5,0 Prozent auf 5.150, 2012 waren noch 6.041 Jungunternehmen von der Insolvenz betroffen. Zufrieden zeigte sich Leitl auch angesichts der "Geburten-" und "Sterbezahlen". Das Verhältnis von Neugründungen und Unternehmensinsolvenzen hat sich im Vorjahr verbessert, "auf einen Sterbefall folgten sechs Geburten".

"Ein europäischer Rekordwert" sei die Lebensdauer der österreichischen Jungunternehmen. Nach drei Jahren bestehen noch 8 von 10 von ihnen, nach fünf Jahren 7 von 10. Beachtlich sei auch der Frauenanteil, der im Vorjahr 43,1 Prozent betrug; zehn Jahre davor hat er sich noch auf 35,7 Prozent belaufen.

Hier gab es die meisten Neugründungen

Mit einem Anteil von 41,6 Prozent gab es die meisten Neugründungen in der Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt von Handel (26,6 Prozent), Information und Consulting (18,3 Prozent), Tourismus und Freizeitwirtschaft (9,1 Prozent), Transport und Verkehr (4,2 Prozent) und Industrie (0,2 Prozent). "Die ganze Breite der österreichischen Wirtschaft ist von der positiven Dynamik erfasst", sagte der WKO-Präsident.

Auch Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), unterstrich die positive Vorjahresbilanz, und führte das Ergebnis auf die verbesserten Rahmenbedingungen zurück. Dazu wesentlich beigetragen habe das im Vorjahr beschlossene Crowdfundinggesetz sowie die 2014 geschaffene GmbH neu. Die Investitionszuwächse infolge der Möglichkeit, Schwarmfinanzierung nutzen zu können, haben im Vorjahr 333 Prozent ausgemacht, sagte der JW-Vorsitzende.

Zugleich sprachen sich Leitl und Rohrmair-Lewis für weitere Anreize aus und bekräftigten die WKO-Forderung nach einem Beteiligungsfreibetrag sowie nach einer automatischen Lohnnebenkostenbefreiung für den ersten angestellten Mitarbeiter im ersten Jahr nach der Gründung. Ein Unternehmensgründer schaffe im Durchschnitt 2,4 Arbeitsplätze, mit der Umsetzung ihrer Vorschläge eröffne sich ein Potenzial von 100.000 Arbeitsplätzen, sagten die Wirtschaftsvertreter in Richtung des neuen Sozialministers Alois Stöger (SPÖ).

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