Mehr Sicherheit für die kleinen Sparbücher:
Molterer hofft auf europaweite Regelung

Molterer: Bei deutscher Einlagensicherung mitziehen Sparabfluss nach Deutschland soll verhindert werden

Mehr Sicherheit für die kleinen Sparbücher:
Molterer hofft auf europaweite Regelung © Bild: Reuters/Schwarz

Finanzminister Molterer hat sich für eine europaweite Lösung in der Frage der staatlichen Absicherung von Spareinlagen ausgesprochen. Er werde beim Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg dafür werben, "dass wir einen gewissen europäischen Gleichklang erzielen", sagte Molterer im Ö1-Morgenjournal.

Molterer bekräftigte, dass Österreich bei der von Deutschland angekündigten Erhöhung der Einlagensicherung mitziehen werde, wollte aber keine konkreten Zahlen nennen. Derzeit sind in Österreich Einlagen auf Sparkonten bis zu einer Höhe von 20.000 Euro pro Person gesichert. Für diese Summe haftet der Staat, sollte eine Bank zusammenbrechen. Der Vizekanzler betonte, dass "aus Sicht der österreichischen Banken" keine Erhöhung der Einlagensicherung notwendig wäre, weil diese "wirklich gut und stabil" seien. Man wolle aber den von der Berliner Regierung am Sonntag angekündigten Schritt nachvollziehen, "damit kein Geld nach Deutschland abfließt", sagte Molterer. In Deutschland bedrohen die Turbulenzen beim Finanzkonzern Hypo Real Estate den gesamten Bankensektor.

Ob Einlagen auf österreichischen Banken nun tatsächlich bis zur vollen Höhe gesichert sein werden, wollte Molterer nicht sagen. Er werde in Luxemburg mit seinem deutschen Amtskollegen Peer Steinbrück darüber beraten. "Ich will konkret wissen, wie der genaue Antrag (in Deutschland, Anm.) lautet", sagte Molterer. Außerdem wolle er sich anschauen, was andere europäische Finanzminister in dieser Frage machen.

Österreich wolle sich vor dem Hintergrund der Finanzkrise für vier konkrete Maßnahmen auf EU-Ebene einsetzen, sagte Molterer: Unterstützung für die EZB, damit diese für Stabilität und die notwendige Liquidität sorge, eine Verbesserung der Kooperation der Finanzmarktaufsichtsbehörden, klare Transparenzregelungen für Bewertungsagenturen sowie eine "offene Diskussion" über neue Instrumente wie eine "global wirkende Transaktionsbesteuerung".

(apa/red)