Mehr Respekt vor Österreich: "Nati"-Coach Kuhn will rotweißrote Misere nicht glauben

Einsatz von Alex Frei fraglich - Hält die Torsperre an? Nachwuchsarbeit machte Eidgenossen zum Top-Team

Respekt vor dem Gegner Österreich forderte der Schweizer Nationaltrainer Köbi Kuhn vor dem Freundschaftsspiel am Tivoli neu, auch wenn er seine Mannschaft in der Favoritenrolle sieht. Im Tor werden die Schweizer, die in neu kreierten Dressen einlaufen werden, eine Rochade vornehmen. Ob ihr Starspieler Alex Frei gegen den EM-Partner einlaufen kann, war noch offen.

Kuhn bezeichnet die Partie gegen Österreich nicht als Freundschaftsspiel: "Es ist ein Qualifikationsspiel. Es geht für unsere Spieler, aber auch für jene von Österreich, darum, sich für das große Ziel, die Euro 2008, mit guten Leistungen zu qualifizieren." Die aktuellen Zahlen sprechen zwar derzeit für die Schweiz, trotzdem müsse die "Nati" mit dem nötigen Respekt in die Partie gehen. "Wir dürfen nie nachlassen, sonst könnte es zu wenig sein", sagte Kuhn.

Offen ließ der Nationaltrainer der Eidgenossen, ob sein Stürmerstar Frei gegen Österreich spielen wird. Der Dortmund-Legionär, der bereits 52 Mal für die "Nati" spielte und dabei 31 Tore erzielte, hat eine Zerrung. "Er ist zwar auf dem Weg der Besserung, hat aber noch leichte Schmerzen", berichtete Kuhn, "wir werden am Mittwoch nach dem Training entscheiden." Der angeschlagene Frankfurt-Legionär Christoph Spycher sollte für den Länder-Vergleich am Mittwoch aber wieder fit werden.

660 Minuten ist die eidgenössische Abwehr nun ohne Gegentor - ohne dem verlorenen Elfmeterschießen im Achtelfinale der WM gegen die Ukraine. Zuletzt musste Nationalgoalie Pascal Zuberbühler beim 4:1-Testspielsieg gegen China in der 92. Minute hinter sich greifen. Zuberbühler ist zwar im Kader, im Tor wird vorerst aber Diego Benaglio (Nacional Funchal/POR) stehen, in Halbzeit zwei dann Fabio Coltorti von den Grasshoppers. "Die Torhüter sollen Erfahrung sammeln, das Zusammenspiel mit den Vorderleuten muss eingeübt werden", begründete Kuhn die Torhüter-Rochade. Trotzdem soll die stolze Zu-Null-Serie auch am Tivoli neu halten.

Dass die Schweiz in der Favoriten-Rolle sei, Österreich hingegen nur Außenseiter, begründete Kuhn mit der Nachwuchsarbeit. "Die braucht sechs bis acht Jahre. In Österreich hat die Nachwuchsarbeit halt später begonnen als in der Schweiz", sagte Kuhn, hat aber für Österreich einen Trost bereit: "Bei der Euro 2008 wird Österreich einen großen Schritt weiter zum Ziel sein." Mit Österreich verbindet Kuhn übrigens sehr gute Erinnerungen: Am 15. August 2001 saß er in Wien erstmals auf der "Nati"-Trainerbank und sein Team gewann 2:1.

(apa/red)