Mehr als Religion: Fastenzeit motiviert Gläubige zu gesunder Lebenseinstellung

Für Erwachsene verboten: Fleisch, Eier und Milch Umweltschonender Verzicht: Striktes Autofasten

Mehr als Religion: Fastenzeit motiviert Gläubige zu gesunder Lebenseinstellung

Auf das närrische Faschingstreiben folgt die Fastenzeit. Für die einen ist sie Anlass, die Fettpölsterchen loszuwerden, für die anderen ist sie viel mehr als der Verzicht auf Fleisch und Alkohol. Sie suchen nach Möglichkeiten, bewusster zu leben, lassen ihr Auto stehen, schalten den Fernseher nicht an und nehmen sich Zeit für Familie.

In streng katholischen Gegenden hieß es früher für die Erwachsenen, in der Fastenzeit kein Fleisch, keine Eier, keine Milch und keine Milch-Produkte zu essen. Heute sind nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag strenge Fastentage. Das Kirchenrecht schreibt den Verzicht auf Fleischspeisen und nur eine Sättigung am Tag vor. Fisch- und Gemüsesuppen gelten immer noch als die klassischen Fastenspeisen. Die evangelische Kirche praktiziert das Fasten in dieser Form nicht.

Ramadan und Fastentage schreiben vor: Tut Buße!
Alle großen Weltreligionen kennen den Brauch. Die Muslime haben im Herbst ihren Fastenmonat Ramadan. In dieser Zeit ist den Gläubigen zwischen Sonnenauf- und Untergang das Essen, Trinken und Rauchen untersagt, auch sexuelle Enthaltsamkeit ist vorgeschrieben. Im Christentum durften einst schwere Sünder bis Ostern nicht an den Gottesdiensten teilnehmen. Sie trugen Büßergewänder und bekamen Asche auf den Kopf gestreut. Heute ist das Ritual in der Fastenzeit weniger drastisch, aber noch immer sehr eindrucksvoll: Dem gläubigen Katholiken wird zum Gottesdienst am Aschermittwoch mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Es soll den Beginn der Bußzeit symbolisieren und an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern.
Abnehmen mit göttlichem Beistand
Viele Menschen fasten alljährlich aber auch ohne christliche Motive - sie wollen nur die im Winter angefutterten Fettpölsterchen wieder loswerden. Das Fasten hat in allen Weltreligionen einen festen Platz. Ob es aber tatsächlich zum Heil gereicht, hängt auch von der körperlichen Konstitution des Fastenden ab. Nach medizinischer Empfehlung sollten nur gesunde Erwachsene eine Fastenkur in Erwägung ziehen - und dann nur unter ärztlicher Kontrolle. Schwangere, Stillende, Kranke, Kinder und alte Menschen sollten es auf jeden Fall lassen.

Fasten ist keine Nulldiat, aber schont die Umwelt!
Der Verzicht auf Nahrung aus medizinischen Gründen hat eine lange naturheilkundliche Tradition. Fasten muss aber gelernt werden und erfordert eine fachliche Betreuung, wie die Experten betonen. Bei der bekanntesten Methode, dem "Heilfasten" nach Otto Buchinger, handelt es sich nicht um eine Nulldiät, sondern laut ÄGHE um ein modifiziertes Fasten, bei dem naturbelassene Zusätze in Form von frischen Obst- und Gemüsesäften, Honig, Gemüsebrühe und andere Zusätze individuell verabreicht werden. Fasten kann zudem ein ganz persönlicher Beitrag zur Abwehr der Klima-Katastrophe sein - zum Beispiel durch das so genannte Autofasten. In Österreich, Deutschland und Luxemburg werden viele Menschen ihre Fahrzeuge stehen lassen, um einen kleinen Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid zu leisten. (APA/red)