Mehr Privatspähre: Erste Zelle für Familien- besuche in Gefängnis Krems-Stein eröffnet

25 bis 30 m² großer Raum: Auch Sex ist erlaubt Bisher 32 Ansuchen: "Jeder Fall wird genau geprüft"

Mehr Privatspähre: Erste Zelle für Familien- besuche in Gefängnis Krems-Stein eröffnet

In der Justizanstalt Krems-Stein ist eine Zelle für Familienbesuche eröffnet worden. In dem Raum, der eine Größe von 25 bis 30 Quadratmetern aufweist, haben ausgewählte Häftlinge die Möglichkeit, maximal drei Stunden ungestört mit Angehörigen zu verbringen, sagte der Leiter der Justizanstalt, Hofrat Friedrich Novak.

Derzeit gebe es 32 Ansuchen von Gefangenen, die Interesse für einen Aufenthalt in der Zelle bekundet haben, so Novak. "Jeder Fall wird genau geprüft", betonte der Leiter der Justizanstalt. Ausgenommen von diesem speziellen Besuchsrecht sind "gefährliche Insassen", sowie Häftlinge, die "bereits über eine Ausgangsmöglichkeit" verfügen, meinte Novak. In Betracht kommen Personen, die eine aufrechte Beziehung zu Familienmitgliedern pflegen und eine "gute Führung haben". Die erste Familienzelle in einer Justizanstalt wurde im vergangenen Jahr in der Justizanstalt Leoben in der Steiermark in Betrieb genommen.

Kontakt mit Kindern und Partner
Ihm selbst sei "viel daran gelegen", einen entsprechenden Raum für mehr Privatsphäre zu installieren, wie Novak erläuterte. In erster Linie soll in dem Raum der Kontakt mit Kindern beziehungsweise dem Partner intensiviert werden können. Möglich sei aber auch, zum Beispiel mit einem Bruder Zeit in der Zelle zu verbringen. Dann etwa, wenn sehr persönliche Dinge besprochen werden müssten, sagte Novak.

Trotz möglicher Privatsphäre ohne Bewachung durch Justizwachebeamte: An den Sicherheitsbestimmungen ändert sich freilich nichts. Die Besucher werden kontrolliert und dürfen "nichts mitnehmen", betonte Novak. Sollte ein Häftling aber zum Beispiel "einen Kuchen für seine Angehörigen mitbringen" wollen, so werde ihm dies vermutlich gestattet, meinte der Leiter der Justizanstalt. (apa/red)