Mehr Kaufsüchtige trotz Wirtschaftskrise: 30 Prozent haben Problem mit dem Konsum

AK Wien fordert Verbraucherbildung in Schulen Besonders betroffen sind 14- bis 24-Jährige

Mehr Kaufsüchtige trotz Wirtschaftskrise: 30 Prozent haben Problem mit dem Konsum © Bild: APA/Gindl

Die Zahl der potenziell Kaufsüchtigen in Österreich ist trotz Wirtschaftskrise gestiegen: Waren es im Vorjahr insgesamt noch 28 Prozent, sind es heuer bereits 30 Prozent, so die Arbeiterkammer Wien. Zugenommen hat dabei der Anteil der stark Kaufsuchtgefährdeten - nämlich um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent. In Deutschland sind hingegen insgesamt 17 Prozent der Befragten kaufsuchtgefährdet.

Während es von 2007 (42 Prozent) auf das Vorjahr (28 Prozent) offenbar aufgrund der Wirtschaftskrise einen leichten Rückgang an potenziell Kaufsüchtigen gegeben hat, habe sich dieser Trend entgegen der Erwartungen heuer nicht fortgesetzt: "Rund 30 Prozent - knapp ein Drittel der Österreicher - haben Probleme mit dem Konsum", erklärte Karl Kollmann, stellvertretender Leiter der Abteilung Konsumentenpolitik. Der Anstieg sei auf die Zahl der "Hardcore"-Betroffenen zurückzuführen, die praktisch schon kaufsüchtig sind und deren Anteil von rund neun Prozent im Vorjahr auf zehn Prozent gestiegen ist.

Besonders betroffen sind laut Psychotherapeutin Irene Kautsch junge Menschen: In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen sind 48 Prozent betroffen (2008: 44 Prozent), 17 Prozent davon sind "stark gefährdet". Bei der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen sind es insgesamt 37 Prozent (2008: 32 Prozent); davon sind nach Angaben von Kautsch 13 Prozent "stark gefährdet".

Am kaufsüchtigsten: Frauen zwischen 14 und 24
Am stärksten sind Frauen zwischen 14 und 24 Jahren betroffen: Rund 31 Prozent sind stark und ebenso viele deutlich kaufsuchtgefährdet, sagte die Psychotherapeutin. Bei den Männern sind in dieser Altersgruppe ein Prozent stark und 31 Prozent deutlich kaufsuchtgefährdet. Insgesamt sind es bei Frauen 68 Prozent (2008: 60 Prozent) und bei Männern 32 Prozent (2008: 40 Prozent). Auch sind Singles mit 42 Prozent stärker gefährdet als In-Partnerschaft-Lebende mit 27 Prozent oder Verwitwete (21 Prozent) und Geschiedene (24 Prozent).

(apa/red)