Mehr als 30 Tote bei Anschlägen im Irak: Selbstmordattentat auf Polizeihauptquartier

USA übergaben Kontrolle von Kerbala an Bagdad Nun acht von 18 Provinzen unter irakischer Obhut

Mehr als 30 Tote bei Anschlägen im Irak: Selbstmordattentat auf Polizeihauptquartier

Im Irak hat die US-Armee am Montag die Kontrolle einer weiteren Provinz formal an die irakische Regierung übergeben. An der feierlichen Zeremonie im Stadion von Kerbala nahm nach Journalistenberichten auch der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki teil. Die Provinz Kerbala ist die achte von insgesamt 18 irakischen Provinzen, deren Kontrolle örtliche Sicherheitskräfte seit Mitte 2006 von der US-Armee übernommen haben. Unterdessen starben bei erneuten Anschlägen im Irak am Montag mehr als 30 Menschen.

Der US-Botschafter Ryan Crocker und General David Petraeus sagten, die Übergabe Kerbalas sei ein wichtiger Moment auf dem Weg zur Eigenständigkeit des Irak. "Die irakischen Sicherheitskräfte waren in Kerbala erfolgreich dabei, unabhängig zu agieren und in den vergangenen drei Monaten die eigene Sicherheit zu gewährleisten", sagten sie in einer Erklärung. "Sie haben ihre Bereitschaft gezeigt, die Verantwortung für die Provinz zu übernehmen. Heute ist diese Verantwortung ihre."

Die Region im Süden von Bagdad gilt als vergleichsweise friedlich, allerdings haben sich dort auch schon blutige Anschläge ereignet. Die Stadt Kerbala gehört zusammen mit dem Wallfahrtsort Najaf zu den wichtigsten heiligen Stätten der Schiiten. Mit Kerbala haben die US-geführten Kräfte vier Regionen im schiitischen Süden und drei weitgehend autonome Provinzen im kurdischen Norden in die Obhut der Iraker übergeben.

In der zentralirakischen Stadt Bakuba (Baquba) ist es am Montag unterdessen zu einem verherenden Anschlag gekommen. Ein Attentäter auf einem Fahrrad sprengte sich in die Luft und riss mindestens 28 Menschen mit in den Tod. 20 wurden bei dem Anschlag in der Nähe eines Trainingslagers der Polizei verletzt. Nach Behördenangaben handelt es sich bei den meisten der Opfer um Polizisten.

Das etwa 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegene Bakuba ist die Hauptstadt der Provinz Diyala (Diala), eine der Unruheregionen des Landes. Al-Kaida-Kämpfer sowie sunnitische Extremistengruppen als auch schiitische Milizen sind hier aktiv. Erst im vergangenen Monat war der Polizeichef der Stadt bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Das US-Militär hat in diesem Jahr eine größere Offensive gegen Al-Kaida-Kämpfer in Bakuba gestartet.

Bei einem Autobombenanschlag in Tikrit, 170 Kilometer nördlich von Bagdad, starben vier weitere Menschen, 16 andere wurden verletzt. Die Bombe explodierte in einem Fahrzeug, das in der Nähe einer Bäckerei geparkt war.

Im Südirak wurde nach Medienberichten der britische Stützpunkt auf dem internationalen Flughafen von Basra mit Raketenwerfern angegriffen. Dies teilte nach Angaben der irakischen Nachrichtenagentur VOI ein Sprecher der britischen Streitkräfte im Irak mit.

(apa/red)