Wissenschaft von

Wie Mehlwürmer unser
Müllproblem lösen könnten

Laut Studie sollen Tierchen Millionen Tonnen an Plastikmüll eliminieren

Mehlwürmer © Bild: iStockphoto.com/PytyCzech

Sie sind winzig und unscheinbar, doch sie lösen vielleicht unser Plastikmüllproblem: Mehlwürmer könnten entscheidend dazu beitragen, die Millionen Tonnen an Plastikmüll zu beseitigen. Das will eine noch andauernde US-Studie nun herausgefunden haben.

Forscher der Stanford-Universität haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern in China entdeckt, dass Mehlwürmer mehrere Sorten von Plastik ohne weiteres verzehren und so biologisch abbauen können. Die veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass die Würmer unverrottbares Styropor in Kompost umwandeln. Die Ausscheidungen der Würmer könnte man sogar als Dünger verwenden.

Unmengen an Plastikmüll

Laut deutschem Umweltbundesamt landen jährlich rund 30 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Allein in den USA werden jedes Jahr 2,5 Milliarden Styroporbecher weggeworfen, sie landen auf den stetig wachsenden Plastikmüllbergen. Bis zu 450 Jahre benötigt beispielsweise eine Kunststoffflasche bis sie sich zersetzt hat. Die Mehlwürmer könnten das wesentlich schneller erledigen.

Mehlwürmer verzehren Plastik.
© Yu Yang/Stanford Mehrwürmer essen sich durch Styropor.

Styropor zum Nachtisch

Im Labor haben 100 Mehlwürmer zwischen 34 und 39 Milligramm Styropor - vom Gewicht einer kleinen Pille - pro Tag gegessen, wie die Forscher berichten. Dabei ermöglichen es die Verdauungsbakterien im Darm der Tiere, dass das Styropor biologisch abgebaut wird, ohne sich negativ auf die Gesundheit der Würmer auszuwirken. Die Hälfte scheiden die Würmer in Form von Biomasse aus, die andere in Form von Kohlenstoffdioxid, so die Wissenschaftler.

Entdeckt haben die Forscher das Phänomen beim Züchten der Mehlwürmer. Die Larven wurden in Behältnissen aus Styropor gelegt, später haben sich die Würmer zum Erstaunen der Forscher selbst befreit, indem sie sich durch das Styropor gegessen haben. "Es besteht die Möglichkeit, dass wirklich wichtige Forschungen aus bizarren Situationen entstehen", sagt Craig Criddle, der Leiter der Studie. "Manchmal überrascht uns die Wissenschaft. Das ist ein Schock."

Diese Entdeckung ist vor allem wichtig, da man bisher angenommen hat, dass Styropor nicht biologisch abbaubar ist und folglich ein großes Problem für die Umwelt darstellt. Dieses Problem könnte mithilfe der kleinen Würmer nun gelöst sein.

"Wasserfeste" Würmer gesucht

Die Wissenschaftler hoffen nun, auch Tiere zu finden die den Millionen Tonnen an Plastikmüll im Meer zu Leibe rücken können. Ein weiterer Bereich ihrer Forschung könnte beinhalten, nach einem meerestauglichen Äquivalent zum Mehlwurm zu suchen, sagt Criddle. Also nach einem Tier, das im Meer leben kann und ebenfalls in der Lage ist, Plastik zu verdauen.

Bis die Mehlwürmer unser Müllproblem auffressen können, dauert es aber noch. Es sei laut Wissenschaftlern der Studie noch einiges an Forschungsarbeit zu leisten, um zu verstehen wie dem Plastikmüll am besten beizukommen ist.

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