Megaupload von

Datentauschplattform gesperrt

Vier Festnahmen in Neuseeland - Hackernetzwerk Anonymous schwört Rache

Megaupload - Datentauschplattform gesperrt © Bild: Reuters

Schlag gegen Online-Piraterie: US-Behörden haben am Donnerstag die Datentausch-Plattform Megaupload dicht gemacht. Einen Tag später wurden bei einer Razzia in Neuseeland vier Drahtzieher des Filehosters festgenommen. Darunter ist auch der Gründer, der Deutsch-Finne Kim Schmitz - auch bekannt als Kim Dotcom (im Bild). Das FBI wirft den Plattformmachern massive Urheberrechtsverletzungen vor. Die Hackergruppe Anonymous will nun Rache üben - am FBI und am US-Justizministerium.

Anonymous droht, unter anderem die Website der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums vom Netz zu nehmen. Tatsächlich waren die Adressen in der Nacht zum Freitag nicht oder nur eingeschränkt zu erreichen.

"Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload", erklärten die Hacker per Kurznachrichtendienst Twitter. Zu den anvisierten Zielen gehörten auch die Websites der Plattenfirmen Universal und Warner Music, des Musikindustrie-Verbands RIAA sowie der Filmindustrie-Vereinigung Motion Picture Association of America.

Vier Festnahmen in Neuseeland
Bei einer Razzia in Neuseeland sind vier Drahtzieher der von US-Behörden gesperrten Datentausch-Plattform festgenommen worden. Laut Polizei handelt es sich um drei Deutsche und einen Niederländer.

Die neuseeländische Polizei handelte auf Ersuchen der amerikanischen Bundespolizei FBI, die den Plattformmachern massive Urheberrechtsverletzungen vorwirft. Die Urheber haben nach FBI-Angaben mindestens eine halbe Milliarde Dollar Einnahmen verloren. Die Festgenommenen sollten noch am Freitag vor Gericht erscheinen.

Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Megaupload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.