Medwedews Dank für die Wahlempfehlung?
Unterstützung für Putin als neuen Premier

Nominierung soll politische Kontinuität sicherstellen Präsidentschaftskandidat plant große Sozialreformen

Medwedews Dank für die Wahlempfehlung?
Unterstützung für Putin als neuen Premier

Der russische Präsidentschaftsbewerber Dmitri Medwedew hat den scheidenden Staatschef Wladimir Putin als künftigen Ministerpräsidenten vorgeschlagen. "Nachdem ich meine Bereitschaft zur Präsidentschaftskandidatur erklärt habe, wende ich mich mit dem Wunsch an Putin, sein prinzipielles Einverständnis zu geben, nach der Wahl des neuen Präsidenten die russische Regierung zu führen", sagte Medwedew in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Das Land müsse nach der Präsidentenwahl den von Putin in den vergangenen acht Jahren verfolgten politischen Kurs fortsetzen, erklärte Medwedew weiter. Bei einem Treffen mit Führern der Parteien, die seine Kandidatur unterstützen, versprach er im Falle seiner Wahl zum Präsidenten auch einen Ausbau der Sozialprogramme.

Putin hatte sich am Montag im von ihm selbst initiierten Wettbewerb der beiden Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten um seine Nachfolge hinter Medwedew gestellt. Medwedew, der im Aufsichtsrat des Energiegiganten Gazprom sitzt, gilt als wirtschaftsfreundlich, sein Rivale Sergej Iwanow erwarb sich dagegen bereits als Verteidigungsminister den Ruf eines Falken. Angesichts von Putins Einfluss gilt es als nahezu sicher, dass der von ihm favorisierte Kandidat Präsident wird. Die Präsidentenwahl findet am 2. März statt. Putin kann nach der Verfassung nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren.

Medwedew ist ein loyaler Gefolgsmann Putins. Sollte der 42-Jährige zum Präsidenten gewählt werden, würde er nach Einschätzung Putins den Weg ebnen für eine Regierung, "die den Kurs fortsetzen wird, der in den vergangenen acht Jahren Ergebnisse gebracht hat". Putin verfestigte damit den Eindruck, dass sein Nachfolger das tun wird, was er ihm aufträgt. Putin, der bei der Parlamentswahl am Sonntag vor einer Woche seinen Einfluss gestärkt hat, hat mehrfach angedeutet, dass er auch nach seinem Abschied als Präsident eine aktive Rolle spielen will. Seine Anhänger haben Putin gebeten, "nationaler Führer" mit nicht näher definierter Autorität zu werden. Bei der Duma-Wahl war er als Spitzenkandidat der Kreml-Partei Einiges Russland angetreten.

Am 17. Dezember will die Partei Medwedew offiziell zum Spitzenkandidaten küren. Medwedew ist nicht Mitglied von Einiges Russland. Auch die Parteien Gerechtes Russland, Bürgerkraft und die Agrarpartei unterstützen laut Gryslow die Kandidatur Medwedews. Gemeinsam mit Einiges Russland hatten die Parteien 75 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl erhalten. (apa/red)